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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 348 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN348 Vorstandswechsel in Verbindung zu bringen ist, da Wich weder ein rundes Dienstjubiläum feierte, noch pensioniert wurde.1119 Am 2. Juli 1869 kommt es schließlich zur Amtseinführung des neuen Vor- standes. Um 1 Uhr nachmittags wird Becker den Bibliotheksbeamten durch Braun vorgestellt. Nach der mündlichen Eidesablegung und anschließendem Handschlag wird Thaa das Ritterkreuz verliehen.1120 Sogar die Ansprache Brauns an die Beamtenschaft ist überliefert: „Seine Majestät der Allerdurchlauchtigste Kaiser Ferdinand hat mir den Auf- trag zu ertheilen geruht, den neu ernannten Vorstand dieser Bibliothek den Herrn Landesschulinspektor Ritter von Becker hier einzuführen. Ich unter- ziehe mich um so freudiger diesem ehrenvollen Befehle, als die Allerhöchste Wahl auf einen Mann gefallen ist, dessen hervorragendes Wirken so allgemein bekannt und anerkannt ist, daß in dieser Richtung jedes weitere Wort über- flüssig erscheint. Ich kann Sie nur beglückwünschen, meine Herrn, denn ich setze voraus, daß jedem Einzelnen von Ihnen die möglichste Förderung des Allerhöchsten Dienstes in erster Linie steht. Und daß der Allerhöchste Dienst in diesen Räumen gefördert werden wird, dafür bürgen die erprobten Eigen- schaften des Verstandes, des Willens und Herzens Ihres neuen Vorgesetzten, dafür bürgt aber auch Ihr Pflichtgefühl, daß Sie nach wie vor Ihre Schuldigkeit in vollster Ausdehnung thun, diesem Ihren Vorgesetzten in allen dienstlichen Angelegenheiten unbedingt und bereitwilligst Folge leisten und denselben bei Lösung seiner verantwortlichen Aufgabe nach besten Kräften unterstützen werden. Er freut mich, Sie auch noch in einer anderen Beziehung beglückwün- schen zu können. Nicht allein dürfte die Gnade Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand durch allergnädigste Normirung eines günstigeren Besoldungssta- tus Ihren Wünschen entgegen gekommen sein, sondern auch Seine Majestät der Kaiser [Franz Joseph] hat die bisherigen Leistungen der Bibliothek in huldreichster Weise dadurch anerkannt, daß Er dem Rangältesten unter Ih- nen das Ritterkreuz des Franz Josef Ordens zu verleihen geruhte. Es gereicht mir zum besonderen Vergnügen, Ihnen dieses Zeichen der Allerhöchsten An- erkennung schon bei dem heutigen Anlasse übergeben zu können. Bevor ich Ihnen die betreffenden Dekrete einhändige, habe ich noch von Ihnen an Eides- statt das feierliche Handgelöbniß entgegenzunehmen, daß Sie Allem, wozu der Eid einen jeden kaiserlichen Beamten verpflichtet, und was die Obliegenhei- 1119 Verständigungsschreiben des Ministers des Inneren, Carl Giskra, an Khloyber wegen der Auszeichnung an Wich FKBA26112; zum Verdienstkreuz siehe Müller, Dekorationen, 294–297. 1120 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 5, 4–1869, Bericht Brauns an Geringer vom 02.07.1869. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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