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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 349 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 349 ten und Bedürfnisse Ihres speziellen Dienstes erfordern, treu, eifrig und mit voller Hingebung nachkommen werden“.1121 Die herrschende Stimmung unter den Angestellten ist natürlich nicht über- liefert, doch ist denkbar, dass der von Thaa erwartete Protest von der Freude über die ehrenvolle Auszeichnung überlagert wurde. Braun wird nun auch in der Folgezeit eine der wichtigsten Ansprechpersonen für Becker sein. Das von ihm bereits im Folgejahr vorgelegte Arbeitsprogramm ist ebenfalls an den Kabinettsdirektor gerichtet. Die Arbeitsanforderungen an den neuen Vorstand sind wahrlich enorm. In personeller Hinsicht ist zunächst vor allem der krankheitsbedingte Aus- fall des ersten Bibliotheksdieners Josef Wich ab Dezember 1869 zu kompen- sieren, was durch die zeitweise Verwendung des Hofburgwachmanns Josef Zörner1122 auf Taggeldbasis geschieht.1123 Wichs Erkrankung ist wohl auf die anbefohlene Räumung seiner Wohnung in der Hofburg und den Umzug ins Augartengebäude zurückzuführen.1124 Sein schlechter Gesundheitszustand dürfte ziemlich schnell publik geworden sein, da bereits am 9. Dezember 1869 der Haushofknecht Josef Swoboda „um die gnädige Verleihung einer Dienerstelle“ bittet, welchem Wunsch allerdings nicht entsprochen wird.1125 Am 11. Jänner 1870 stirbt Wich im 74. Lebensjahr. Becker bittet Kaiser Fer- dinand im Namen der 64-jährigen Witwe Katharina um eine Pension wie sie 1848 der Witwe des Bibliotheksdieners Brunner zugesprochen worden ist. Ferdinand gewährt daraufhin eine solche in der Höhe von jährlich 280 fl. ö.W. aus der Fideikommisskasse für die Dauer ihres Witwenstandes.1126 Die Resolution ist mit der mittlerweile krakeligen Schrift des gealterten Ex-Kaisers unterfertigt. Auf Beckers Vorschlag hin rückt mit 21. Februar der zweite Diener Johann Mignot nach und der seit wenigen Wochen zum Tagessatz von 50 Kreuzern beschäftigte Josef Zörner wird als zweiter Biblio- theksdiener fix aufgenommen.1127 Auch der diesbezügliche Vortrag Beckers 1121 Ebenda, Bericht Brauns an Geringer vom 03.07.1869. 1122 Geboren 1836 in Meckl (Saazer Kreis, Böhmen), Schuhmacherlehre, Geselle in Prag, As- sentierung 1857 zum ersten Feldjäger Batallion, 1863 zur Hofburgwache transferiert; siehe FKBA26148, fol. 7r–v. 1123 FKBA26132. 1124 Vgl. Abschnitt 5.5. 1125 FKBA26133. 1126 FKBA26147. 1127 Zöners Bewerbungsschreiben, ein Auszug aus dem Grundbuch der k. k. Hofburgwache (dort als Josef Zerner), mehrere Zeugnisse sowie das Ernennungsdekret siehe unter FKBA26148. Anlässlich der Vereidigung lässt man Zörner jenen Diensteid unterschrei- ben, den vor ihm schon Wich und Mignot unterzeichneten, siehe FKBA25002. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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