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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 355 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 355 Der gesteigerte Arbeitsaufwand in der Bibliothek – nicht zuletzt aufgrund der Vorarbeiten für den gedruckten Katalog – machen es trotz Swiecenys Zuarbeit nun doch notwendig, die Stelle des zweiten Skriptors wieder zu besetzen. Becker berichtet an Kabinettsdirektor Braun, dass sich Post „zur Besorgung der Kunst- und Portraitensammlung so wie des Kanzlei- und Rechnungswesens“ sehr gut dafür eigne, weshalb ihm „neben den laufen- den Geschäften die artistische Beschreibung der Portraite behufs des in den Druck zu legenden Catalogs als ständige Aufgabe“ übertragen worden sei. Die Beschreibung und Revision der Bücher besorge er (Becker) zusammen mit Skriptor Georg Thaa, die Einteilung in die Sachgruppen sowie die erste Druckkorrektur habe man Swieceny überantwortet. Für die reichhaltige Sammlung an Atlanten und Karten, die zur Aufnahme in den Katalog als be- sondere Abteilung zunächst ebenfalls durchgesehen und beschrieben werden müsse, habe Becker seinen Kollegen bei der Geographischen Gesellschaft, Alois Krapf, einsetzen können, der sich für diese Tätigkeiten freiwillig (und unentgeltlich) gemeldet hat. Durch dessen Verwendung in der Bibliothek der Gesellschaft sei er mit bibliothekarischen Agenden mittlerweile bestens vertraut, weshalb Becker schlussendlich aufgrund des skizzierten Arbeits- aufkommens den Antrag stellt, Post zum zweiten Skriptor zu befördern und Karpf1152 die Offizialenstelle zu verleihen. Swieceny möge hingegen dennoch bis zur Fertigstellung des gedruckten Katalogs zu den bisherigen Konditio- nen weiter beschäftigt werden. Ferdinand genehmigt Beckers Ansuchen (mit 1. Dezember 1872).1153 Im gleichen Jahr kommt es auch unter den Bibliotheksdienern zu einem Personalwechsel, als Johann Mignot nach 44-jähriger Dienstzeit um Verset- zung in den Ruhestand bittet. Becker streicht unter dessen zahlreichen Ver- diensten besonders die Mithilfe bei der Übertragung der ferdinandeischen Privatbibliothek nach Prag hervor und betont, dass dessen erstes Pensionie- rungsgesuch im Frühjahr 1872 (als Folge eines Leistenbruchs beim Heben schwerer Bücher) aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens in Verbindung mit dem gedruckten Katalog hinausgeschoben werden musste. Des Weiteren streicht er hervor: 1152 Geboren am 16.07.1844 in Wien, Besuch der Oberrealschule auf der Landstraße, Stu- dium der griechischen und lateinischen Sprache zur Ablegung der Maturitätsprüfung für Gymnasien, Studium an der Universität Wien (neben Philosophie auch Geschichte und Geografie), Doktorat, vgl. FKBA33090, fol. 2r–v. Karpf stirbt am 07.06.1928 in Wien, vgl. Zentralblatt für Bibliothekswesen XLV (1928) H. 8, 436. Nach den Angaben der Perso- nenleitkarte der Porträtsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek ist er bereits am 05.06.1928 verstorben. 1153 FKBA27043. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918