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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 356 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN356 „Die Diener der Bibliothek waren seit dem Eintritte des neuen Vorstandes in ihren Verpflichtungen ungleich mehr gebunden als früher und die größere und angestrengtere Arbeit, mit welcher bei Mignot noch nebenbei der Verlust frü- herer – von dem Vorstand als nicht gerechtfertigt eingestellter Emolumente wie z.B. eines besonderen Neujahresgeldes, einer besonderen Vergütung für die Mithilfe [bei] der jährlichen Reinigung der Bibliothek verbunden war – können für eine gewöhnliche Denkweise nicht eben als geeignete Anregungs- mittel zu erhöhter und unverdrossener Thätigkeit bezeichnet werden.“1154 Als sein Vorgänger Wich anlässlich der Pensionierung das goldene Ver- dienstkreuz erhielt, „regte sich in Mignot die mächtige Sehnsucht nach einer ähnlichen Auszeichnung“, wofür sich Becker nun ausspricht. Der zweite Die- ner Josef Zörner sei als Nachfolger prädestiniert und ihm zur Seite könnte der Hofbibliotheksdiener Ignaz Elsner1155 gestellt werden. Erwartungsgemäß wird auch dies von Ferdinand bestätigt (mit 1. Dezember 1872) und Mignot mit erhöhtem Gehalt (630 fl. samt 170 fl. Pensionszulage) und dem von Kai- ser Franz Joseph verliehenen goldenen Verdienstkreuz in den Ruhestand versetzt.1156 Mit Elsner wird erstmals ein Mitarbeiter der Hofbibliothek (auf Empfehlung des Präfekten Ernst Birk) in die Privat- und Fideikommissbib- liothek übernommen. Die zahlreichen personellen Veränderungen des Jah- res 1872 in der Bibliothek werden dem k. k. Hof-Witwen und Waisenversor- gung-Verein nach Weihnachten zur Kenntnis gebracht.1157 Das von Becker zugleich eingereichte Gesuch zur Angleichung der Gehäl- ter an den neuen Besoldungsstatus für das Hofpersonal wird von Intendant Geringer gleich nach dem Jahreswechsel befürwortet, da auch das Hofbib- liothekspersonal „eine bedeutende Vermehrung ihrer Genüße bei der jüngs- ten Regulirung“ erfahren hat und die Angestellten der Privat- und Fidei- kommissbibliothek „immer einigen Vorzug“ vor den Hofbibliotheksbeamten genossen hätten.1158 Maßgeblich für die Lösung dieser Frage ist jedoch ein Gutachten des Hofzahlmeisters Friedrich von Mayr auf Grundlage einer mündlichen Unterredung mit Becker. 1154 FKBA27044, fol. 1v–2r. 1155 Geboren 1834 in Grulich (Böhmen), 1853 zum 18. Linien-Infanterieregiment assentiert, trat 1859 in die Dienste des Oberstkämmerers Graf Folliot de Crenneville, ab 1865 Die- ner der Hofbibliothek; siehe FKBA27044, fol. 3v. 1156 FKBA27044, fol. 5r–v. Aufgrund der Auszeichnung ist das Schreiben diesmal von Kabi- nettsdirektor Braun und nicht von Intendant Geringer ausgestellt. 1157 FKBA27052. 1158 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 8, 15–1873, Schreiben vom 03.01.1873. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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