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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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RESÜMEE 369 und noch weniger zu Ferdinand I. – geschweige denn zu Franz Joseph – je- nes Vertrauensverhältnis aufbauen und damit jene Unterstützung erhalten, die notwendig gewesen wäre, um die Interessen der Bibliothek im Sinne einer progressiven Entwicklung und eines fortwährenden Wachstums wah- ren zu können. Kurz gesagt, Khloyber fehlte der Status seines Vorgängers Young. Er war aber auch nicht fähig, über ein verwaltendes Bewahren hin- aus Visionen für diese Sammlungen im Hinblick darauf zu entwickeln, ihnen abseits ihrer grundlegenden Funktion als rein privates Wissensrepositorium eines Herrschers (und vielleicht noch einiger naher Familienmitglieder) mit der Erschließung zusätzlicher Aufgabengebiete auch einen neuen und dau- erhaften Sinn zu verleihen. Demgegenüber war das Arbeitsvolumen nach 1835 nichtsdestotrotz enorm. Die franziszeischen Bestände waren im Zuge der Ausstellung der Fideikommissurkunde und der dafür notwendigen Inventarisierung sorg- fältig und gänzlich zu revidieren. Parallel dazu hatte die ferdinandeische Bibliothek nach den Standards der Zeit (erst)katalogisiert zu werden. Hier- bei konnte man zwar auf Vorarbeiten zurückgreifen – die Dislozierung der Ferdinandea und der nicht immer freie und ungehinderte Zugang zu den Beständen verlangsamten diesen Prozess jedoch markant. Allgemeines Ziel war lange Zeit die katalogmäßige wie physische Zusammenführung aller Bestände. Letztere konnte jedoch durch die herrschende Platznot in den Räumen der franziszeischen Bibliothek bis 1850 nicht realisiert werden. Raumerweiterungsprojekte wurden in dieser Zeit zwar theoretisch ven- tiliert, kamen jedoch nicht zur Ausführung, was teilweise sicherlich auch auf Khloy bers mangelndem Durchsetzungsvermögen und seinem fehlenden Einfluss bei den maßgeblichen Hofbehörden zurückgeführt werden kann. Die kaum nennenswerten räumlichen Zugewinne ermöglichten es gerade, die meisten in Notquartieren untergebrachten franziszeischen Bestände mit dem Hauptbestand zusammenzuführen. 1848 und die unmittelbaren Folgejahre stellen analog zur politischen Geschichte Österreichs einen markanten Einschnitt in der Geschichte der kaiserlichen Sammlungen dar. Die während der Regierungszeit Ferdinands nicht zustande gebrachte schriftliche Ausfertigung des Fideikommissinstru- mentes (Urkunde samt Inventaren) wird vom jungen Kaiser Franz Joseph durch die Ausstellung der Urkunde 1849 zumindest teilweise realisiert. Gleichzeitig übersiedelt mit dem abgedankten Kaiser Ferdinand 1850 auch seine Privatbibliothek an dessen neuen ständigen Wohnsitz auf der Prager Burg. Ihre Genese im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts konnte im Rah- men des aktuellen Forschungsprojektes anhand der spärlichen Quellen zu- mindest umrisshaft skizziert werden. Für Khloyber war dieser Abgang si- cherlich ein großer Verlust. Er hatte zusammen mit seinen Untergebenen Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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