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ANHANG 397
chend Licht haben und im Winter leicht und ohne Gefahr geheizt werden
können.
Ein gleiches gilt von den zwei geräumigen Localitäten im vierten Stock,
worin die Kunst- und Porträtsammlung unter[ge]bracht ist und die mit der
untern Abtheilung durch eine Treppe im Innern verbunden sind.
Dagegen leidet der Raum, in welchem man – nach einer Verfügung vom J.
1865 – die [pag. 4] Privatbibliothek Seiner Majestät unterzubringen für gut
fand, an Unzukömmlichkeiten mancher Art, die mit dem Zweck der Samm-
lung nicht vereinbart werden können.
Dieser Raum, unter dem Dach des Hofbibliothekstractes, wurde durch Be-
seitigung eines Theiles vom Dachstul [sic] verfügbar gemacht. Er ist so groß,
dass er durch den darin angebrachten Ofen nicht erheizt werden kann, und
andererseits wie der so feuergefährlich, dass man bei seiner Entlegenheit
und Structur nicht leicht wagen darf ihn heizen zu lassen.
Die Arbeiten in diesem Raum können während der ganzen Dauer des
Winters gar nicht vorgenommen werden, und die innere Einrichtung, die
1865 neu hergestellt wurde, widerstrebt einer planmäßig geordneten Auf-
stellung gerade jener Gegenstände, die – wie ich unten näher bezeichnen
werde – bei der Privatbibliothek Seiner Majestät des Kaisers in erster Linie
zu berücksichtigen kommen.
Ad a. Büchersammlung der k k Fideicommissbibliothek
Gleich nach Antritt meines Amtes wurde mir von den Beamten der Biblio-
thek mitgetheilt, dass eine große Zahl literarischer Werke, wol mit Num-
mern bezeichnet und in das Inventar aufgenommen, aber weder gebunden
noch aufgestellt, ja zum großen Theile nicht complett und theil[pag. 5]weise
mit Abgängen, die sich schwer ersetzen lassen, nach dem Tode meines Vor-
gängers seien aufgefunden und in geord[n]eten Packeten [sic] hinterlegt
worden, um meiner Verfügung vorbehalten zu werden.
Dabei ersuchten mich die Beamten ausdrücklich, zur unbefangenen Be-
urtheilung dieser Unzukömmlichkeit die Erklärung entgegenzunehmen,
dass sie es ihrerseits nicht an freundlichen Vorstellungen haben fehlen las-
sen, den Hrn Regierungsrath Khloyber zu einer Revision und bibliothecari-
schen Behandlung jener Werke zu bewegen, wobei doch nicht seine sondern
lediglich ihre Mühe und Thätigkeit wäre in Anspruch genommen worden.
Allein sie hätten nichts erreicht; und da sie nebenbei von ihrem Vorstand
aufs strengste angewiesen gewesen seien, überhaupt nichts ohne seine spe-
cielle Weisung zu thun94, so hätten sie sich bescheiden müßen, die Dinge fort-
gehen zu lassen, wie er es für gut fand.
94 Unterstreichung mit Bleistift.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken