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ANHANG 403
und von denen die Bibliothek aus früherer Zeit manchen kostbaren Beleg
aufzuweisen hat, wieder in Fluss zu bringen sein; und es wird endlich eine
directe Verständigung mit auswärtigen Bibliotheken angebahnt werden, um
die vorhandenen Doubletten gegen nicht vorhandene interessante Werke
einzutauschen.
Von den hier dargelegten Ansichten ausgehend, glaubte ich die nothwen-
dige Orientierung im Umfang und Inhalt der Bibliothek, die ich mir bei mei-
nem Amtsantritt verschaffen musste, zugleich zu den Vorarbeiten benützen
zu sollen, die zur Zustandebringung eines solchen Realcataloges erforder-
lich sind. Zu diesem Zwecke wurde der Zettelcatalog der Bibliothek – er be-
steht in 80 Portefeuilles aus beiläufig 100000107 den vollen Titel jedes Werkes
enthaltenden Zetteln – Stück für Stück durchgenommen, dort wo über den
Inhalt des Werkes d. I. über den Gegenstand, den es behandelt, ein Zwei-
fel war, dieser durch Einsicht in das Buch berichtigt, worauf ich die Zettel
vorläufig theils nach literarwissen[pag. 16]schaftlichen theils nach practi-
schen Gesichtspuncten über welche ich mir ein Schema entworfen hatte, in
einzelne Fächer vertheilte, aus denen sich dann bei einer zweiten und drit-
ten Durchsicht die weitern Unterabtheilungen ergeben werden. Die Art der
Ausführung, wie ich mir sie denke, lässt sich am besten durch den beiliegen-
den Probedruck zeigen, worin ich der leichtern Übersicht willen mir erlaubt
habe, Bruchstücke aus vier verschiedenen Rubriken zusammenzustellen.
Die einzelnen Bücher folgen nach der chronologischen Ordnung ihres Er-
scheinens von der frühesten bis in die neueste Zeit, die Jahreszahl voran, der
Autor durch fetten Druck hervorgehoben, die Zahl am Schluss jeder Anzeige
bezeichnet die Nummer, unter welcher das Buch in der Bibliothek notiert
ist.
Dass diese Arbeit eine mühevolle und zeitraubende ist, bedarf kaum ei-
ner Erwähnung. Auch die Vorarbeiten dazu, welche bisher gemacht wurden,
wären in dieser Zeitfrist nicht möglich gewesen ohne die Genauigkeit, mit
welcher ich die Daten in den Zetteln eingetragen fand und ohne die sichern
Auskünfte und die thätige Mitwirkung, womit die Beamten der Bibliothek
mich unterstützt haben108. Um aber die Arbeit, was ich sehr wünschen muss,
noch im Laufe dieses Jahres zu Ende zu bringen, wird ihre Mitwirkung nicht
hinreichen, da sie durch die Rückstände meines Vorgängers und die laufen-
den Geschäfte der Bibliothek an eben so dringende Arbeiten gebunden sind
und bei der Bearbeitung [pag. 17] eines Realcataloges, wie ich mir ihn denke,
theilweise Fragen in Betracht kommen, die nur durch den Beirath literar-
wissenschaftlicher Fachmänner entsprechend zu behandeln sind.
107 Ursprünglich 300000; die Ziffer 3 mit blauem Buntstift zu 1 verändert.
108 Unterstreichung mit Bleistift.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken