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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 414 -
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Seite - 414 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN414 lern ausgeführt. Dass dabei die österreichischen Länder vorzugsweise mit- betheiligt seien, bedarf keiner Erwähnung, wiewol [sic] ich nicht verhehlen kann, dass seit dem Tode weiland Seiner Majestät des Kaisers Franz auch dieses Feld beinahe unbeachtet blieb. Hier aber hätte der Vorstand, wenn er die Sache mit Verständnis und festem Willen anfasst, nach meinem Da- fürhalten mit wenig Mitteln viel leisten können und – wenn ich das speci- fisch vaterländische Interesse dieser Sammlung in Anschlag bringe, auch leisten sollen. Viele solcher Bilder, die für die Culturgeschichte sehr wichtig sind, finden sich in Privathänden unbeachtet und dem Ruin preisgegeben. Es kommt nur darauf an, dass man für sie seine Privatbetriebsamkeit in Be- wegung setzt und bei gegebenen Anlässen den rechten Augenblick erfasst. In dieser Richtung muß der Vorstand im eigentlichen Sinne des Wortes Samm- ler sein. Die Complettierung und Vermehrung der land[pag. 35]schaftlich ethnographischen Sammlung scheint mir durch den Zweck der Bibliothek gerechtfertigt129; sie wird nach den Versuchen, die ich in dieser Richtung angestellt habe und bei dem Umstande, als die Zuflüsse in die allerhöchste Privatbibliothek viel Beitrag liefern, ohne besondere Unterstützung bewerk- stelligt werden. Ad c. Die Lavater-Sammlung kam, wie ich oben angedeutet, aus der Ver- lassenschaft des Grafen Fries um den Preis von 2000 fl – sie war auf 400 fl. geschätzt worden – in den Besitz der Familienbibliothek. Sie besteht aus 887 theils größeren theils kleineren Portefeuilles mit 22100 Zeichnungen und Kupferstichen, darunter 6229 theils gezeichnete, theils gestochene Por- traits, insbesondere von Chodowiecki, Lips, Schellenberg, die meisten mit Bemerkungen – in Hexametern – von Lavater’s Hand. Einen besondern [sic] Theil bildet das physiognomische Lexicon, worin – in Umrissen auf Cartons – die Typen einzelner Stände (Soldaten, Künstler, Schauspieler, Mönche, Frauen u. s. w.), bestimmter Tugenden und Laster, Dummheit und Weisheit, Hässlichkeit und Schönheit, die Leidenschaften, Caricaturen und typische Figuren der Kunst, endlich einzelne Körpertheile, Gesichtsumrisse so wie verschiedene Thiere mit Bemerkungen über ihre physiognomische Be- deutung aufgenommen sind. Unter den Kupferstichen kommen Blätter nach Albrecht Dürer, Rafael, Holbein und andern Meistern vor, unter den Hand- zeichnungen tragen an 200 von Lavaters eigener Hand die Bezeichnung Alb- recht Dürer, Rafael, Holbein, Andrea del Sarto, Guido Reni, van Dyck, Paolo [pag. 36] Veronese, Rembrandt und Michel Angelo und dürften größtentheils echt sein. Aus dem hier angedeuteten ergibt sich der kunsthistorische Wert 129 Unterstreichung mit Bleistift, „schaftlich ethnographischen“ zusätzlich mit rotem Buntstift unterstrichen. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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