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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 435 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 435 sie von nun an ihre Anträge zu ge- nehmigungspflichtigen Agenden bzw. die routinemäßigen Jahres- berichte an die Generaldirektion zu richten hatte. Diese war damit ab diesem Zeitpunkt die wesentli- che Entscheidungsinstanz für die Fideikommissbibliothek. Als erster Generaldirektor fungierte der bis- herige Fondsdirektor Friedrich von Mayr. Er wurde Anfang Dezember 1892 auf eigenen Antrag in den Ru- hestand versetzt. Zu seinem Nach- folger bestimmte der Kaiser den bis- herigen Vize-Generaldirektor Emil Freiherr von Chertek (1833–1922).4 Dieser war eine für die Entwick- lung der Fideikommissbibliothek im vorliegenden Zeitraum äußerst bestimmende Persönlichkeit. Drei Eigenschaften glaube ich, ihm aus meiner Kenntnis des Aktenverkehrs zuschreiben zu können: einen ausgeprägten Gestaltungswillen, eine bis in Details reichende Tendenz zu persönlicher Kontrolle aller wichtigen Ange- legenheiten und einen besonders gewissenhaften Umgang in ökonomischen Fragen. Dieser letztere Aspekt kam nicht von ungefähr, denn Chertek hatte seinen politisch-sozialen Aufstieg als Finanzbeamter vollzogen. Er war Mit- glied der statistischen Zentralkommission, seit 1879 Sektionschef im k. k. Fi- nanzministerium, dessen Leitung er unter der Regierung von Eduard Graf Taaffe 1880 kurzfristig innehatte, und von 1880 bis 1890 Vizepräsident der Finanzlandesdirektion in Prag.5 Seit 1891 fungierte er als Stellvertreter des Generaldirektors des k. u. k. Privat- und Familienfonds, dessen Nachfolger er im kommenden Jahr wurde. In „Viribus unitis“ wird er als „Autorität in na- tional-ökonomischen Angelegenheiten“ bezeichnet6 und das mag ein wesent- licher Grund für das Vertrauen gewesen sein, das ihm der Monarch in seiner Funktion als Hüter des kaiserlichen Privatvermögens entgegenbrachte. Im Ausdruck „Generaldirektion der k. u. k. Familienfonde“ oder nur kurz „Generaldirektion“ gebrauchen. 4 Montagszeitung, Nr. 493 v. 05.12.1892, 2; Das Vaterland, Nr. 333 v. 01.12.1892, 3. 5 Hof- und Staatshandbuch (1879), 294, (1880), 281, (1881), 380, (1890), 720. 6 Herzig, Viribus unitis, 23. Abb. 1: Emil von Chertek (1832–1922) Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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