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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM436
September 1910 wiederholte sich der Wechsel an der Spitze der General-
direktion nach dem gleichen Muster: Chertek trat in den Ruhestand, sein
Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Franz von Hawerda-Wehr-
landt.7
1.1.2 Berichte und Routineabläufe
Der jährliche Kostenvoranschlag: das „Präliminare“
Das Präliminare ist der jährliche Kostenvoranschlag für sämtliche Ausga-
ben der Fideikommissbibliothek. Es enthält die Personalkosten, eine jähr-
liche Dotation für Ankäufe und Adjustierungen (v. a. Buchbindearbeiten)
und die sog. „kurrenten Bibliotheks-(Kanzlei-)Auslagen“. Bei den letzteren
handelt es sich um sämtliche Ausgaben, die nicht in den beiden ersten Pos-
ten enthalten sind (u. a. Neujahrsgelder für das Personal, verschiedene
Honorare, Portozahlungen, Reparaturen, Jahresmitgliedschaften, Büro-
utensilien etc.).8 Bis zum Jahr 1883 wurden auch die Pensionen ehemaliger
Mitarbeiter der Fideikommissbibliothek bzw. ihrer Witwen im Präliminare
veranschlagt.9 Außerdem enthält es gegebenenfalls auch Posten für die
Finan
zierung von Sonderausgaben, die beispielsweise bei der Drucklegung
des Katalogs der Fideikommissbibliothek oder bei den mehrfachen Über-
siedelungen der Fideikommissbibliothek anfielen. Das Präliminare wurde
jährlich vom Kaiser genehmigt; den Vortrag darüber erstattete bis 1885 der
Fondsdirektor, danach der Generaldirektor des Habsburg-lothringischen Fa-
milienfonds, weshalb sich die Berichterstattung des Bibliotheksleiters mit
der Argumentation für die zu erwartenden Geldbedürfnisse v. a. an diese In-
stanzen richtete.
Bis zum Jahr 1891 wurde das Präliminare zusammen mit den im Jän-
ner verfassten Verwaltungsberichten vorgelegt. Am 23. Dezember 1892
entschied Emil von Chertek, der seit Beginn dieses Monats das Amt des
Generaldirektors bekleidete, dass der Kostenvoranschlag getrennt vom Ver-
waltungsbericht bereits im Dezember des ablaufenden Jahres zu übermit-
7 FKBA38240.
8 Vgl. FKBA29043, fol. 4v–5r.
9 Im Präliminare für das Jahr 1884 findet sich unter der Auflistung der Pensionen die An-
merkung, dass „infolge mündlicher Imformation von Seite der Ah. [Allerhöchsten] Fonds-
kassa […] in der Zukunft die Pensionen aus dem Jahrespräliminare zu entfallen [haben],
da dieselben aus dem eigens hiefür errichteten Pensionsfond bestritten werden, zu dem die
k. k. Fideicommisscassa durch 20 Jahre einen bestimmten Beitrag leistet.“ (FKBA30111,
fol. 8r). Im Kostenvoranschlag für das Jahr 1884 sowie in allen nachfolgenden Prälimina-
rien sind die Pensionskosten folglich nicht mehr enthalten.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken