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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 437
teln sei, „da die Zusammenführung der Haupt-Präliminarien schon für den
Monat Jänner in Aussicht genommen ist.“10
Rechnungslegung und -prüfung
Routinemäßig jährlich im Jänner wird der Rechnungsausweis über die so-
genannte kurrenten Bibliotheksauslagen bzw. Kanzleigelder des Vorjahres
von der Bibliotheksleitung zur Prüfung vorgelegt: bis 1883 der k. k. Privat-
und Familien-Fonds-Güter-Direktion, ab 1884 dem Rechnungsdepartement,
das laut Hof- und Staatshandbuch seit diesem Jahr bestand und zunächst
dem Fondsdirektor, später der Generaldirektion unterstellt war. Er enthält
in monatlicher Auflistung sämtliche Ausgaben der besagten Rubrik. Rech-
nungsbelege wurden als nummerierte Beilagen mitgegeben und nach Prü-
fung der Bilanzen durch das Rechnungsdepartement wieder an die Fidei-
kommissbibliothek retourniert. Ein weiteres Journal, das die Behörde zur
Prüfung erhielt, verzeichnet die Einnahmen aus Rabattgeldern und Dublet-
tenverkäufen, aus deren Erlös weitere Ankäufe zur Komplettierung der
Sammlung (Porträts, antiquarische Bücher etc.) getätigt wurden. Die Jah-
resrechnungen der Buchhändler und Buchbinder, in denen sämtliche Liefe-
rungen bzw. Leistungen als Einzelposten spezifiziert sind, wurden zunächst
direkt in der Bibliothek auf ihre Korrektheit geprüft und, nach Approbation
durch einen Bibliotheksbeamten, durch die Fideikommisskasse beglichen.
Darüber hinaus wurde in der Fideikommissbibliothek ein summarisches
Verzeichnis dieser Ausgaben mit dem Saldo ihrer Summe und der Dotation
für Ankäufe und Adjustierungen erstellt, das dem Bericht über die Verwal-
tung beigegeben wurde (die sog. „Consignation“).11
Der Bericht über die Verwaltung der Fideikommissbibliothek
Dieser Bericht enthält standardisiert: Angaben zu Umfang und Art der Neu-
zugänge (Widmung, Schenkung, Ankauf etc.) in den Hauptbeständen der
Sammlung (gedruckte Bücher, Landkarten, Porträts und Kunstblätter) so-
wie zu den dafür aufgewendeten Ausgaben; Angaben zu den Ausgaben für
Adjustierungen (v. a. Buchbindearbeiten) sowie die Bilanz zwischen Dota-
tion und Gesamtausgaben; standardisierte Anmerkungen zur Erwerbungs-
strategie; Anmerkungen zu der im Präliminare veranschlagten Dotation für
Ankäufe und Adjustierungen. Ab 1892 sind die Verwaltungsberichte dreitei-
10 FKBA33160, fol. 4r. Seit 1893 befindet sich das Konzept des Pärliminares deshalb üblicher-
weise bei den Akten des Vorjahres.
11 Vgl. beispielsweise FKBA31004, wo alle diese Verzeichnisse enthalten sind.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken