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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 441 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 441 der ursprünglichen Bibliotheksdotation dar, da sie eingeführt wurde, als man Wilhelm Leopold von Khloyber in den 1850er Jahren die Verfügungsho- heit über diese entzog, um dem Bibliotheksdirektor nicht alle ihm unmittel- bar zur Verfügung stehenden Mittel zu nehmen.21 Bis zum Jahr 1900 wurde sie monatlich ausbezahlt, danach auf Antrag des damaligen Bibliothekslei- ters Alois Karpf vierteljährlich, da die Geldbedürfnisse in den einzelnen Mo- naten unterschiedlich und v. a. im Jänner sehr hoch waren.22 Was der Fideikommissbibliothek auf die beschriebenen Weisen zu Jahres- beginn an Geldern zur Verfügung gestellt wurde, konnte ihren Bedarf meist nicht decken. Eine Möglichkeit, mit diesem Umstand zurecht zu kommen, war die Beantragung von Zuschüssen, die entweder im Voraus oder zur nachträglichen Bezahlung unvorhergesehener Kosten gewährt wurden. In den meisten Fällen ging es um außerordentliche Aufwendungen, die etwa bei den mehrfach notwendigen Übersiedlungen der Bibliothek anfielen, bei sonstigen baulichen Maßnahmen oder bei Restaurierungen und der Druck- legung des Kataloges etc.23 Mehrfach mussten auch Rückstände in der Kanz- leidotation beglichen werden,24 und für wichtige Gelegenheitskäufe und Er- gänzungen der Sammlung wurden ebenfalls zusätzliche Gelder bewilligt.25 Da das Ankaufsbudget jedoch insgesamt zu knapp bemessen war, etablier- ten sich außerhalb der Finanzierung durch die Fideikommisskasse zwei Me- thoden, um zusätzlich Geldmittel zu lukrieren. Eine Möglichkeit war der Verkauf von Dubletten: Auf Antrag von Biblio- theksdirektor Becker hatte der Kaiser mit Kabinettsschreiben vom 10. März 1871 genehmigt,26 „dass die in der k. k. Familienfideikommiss-Bibliothek vorhandenen Dubletten von literarischen Werken, Landkarten und Por träts durch Tausch oder Verkauf für die Bibliothek nutzbar gemacht werden.“27 In größerem Stil wurde diese Einnahmequelle in den 1880er Jahren genutzt, als man große Mengen an Porträtdubletten verkaufte. Dies geschah jedoch nicht einfach durch Veräußerung auf dem einschlägigen Markt, sondern durch Handel mit bevorzugten Institutionen. Ein Vorkaufsrecht besaßen die Mitglieder der kaiserlichen Familie. Es wurde von den Erzherzogen Karl Ludwig, Johann Salvator und Ludwig Viktor auch voll ausgenutzt. Weitere 21 Vgl. den Beitrag von Thomas Huber-Frischeis in diesem Band, Abschnitt 5.10.3. 22 FKBA35261, fol. 1v. 23 Beispielsweise FKBA32042, FKBA34065, FKBA35047, FKBA41028. 24 FKBA34156, FKBA35061, FKBA35262. 25 FKBA32023. 26 FKBA27004. 27 FKBA30040, fol. 8v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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