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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 442 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM442 Porträtdubletten gingen an die Hofbibliothek und die Generalintendanz der Hoftheater. Die Restbestände wurden schließlich an vertrauenswürdige An- tiquare zur weiteren Veräußerung abgegeben. Eine zweite zusätzliche Einnahmequelle, durch die das Einkaufsbudget auf- gebessert wurde, waren die sogenannten „Rabattgelder“. Wie bereits an an- derer Stelle dargestellt, wurde durch Moritz Alois von Becker die Nutzung des von den Buchhändlern gewährten Nachlasses auf Käufe für Ausgaben der Bibliothek zu Beginn des Jahres 1872 angeregt und danach eingeführt.28 Möglich war dies deshalb, weil der Rabatt nicht einfach vom Kaufpreis abge- zogen, sondern erst nachträglich an den Käufer ausbezahlt wurde. Genaue Aufzeichnungen über die Höhe der Rabattgelder und die durch sie finan- zierten Ausgaben existieren seit 1876.29 Verwendet wurden sie vor allem für Gelegenheitskäufe von Porträts, Kunstblättern und antiquarischen Werken. Aus verschiedenen Gründen konnten die Rabattgelder aber nur zeitwillig für Ankäufe nutzbar gemacht werden. So wurde der Preisnachlass erst ab einer Kaufsumme von 50 fl. gewährt30 und außerdem im Jahr 1912 von 10 % auf 5 % herabgesetzt.31 Seine Verfügbarkeit als direkt einsetzbares Budget- mittel endete jedoch schon früher. Der Grund dafür lag letztendlich in der auf äußerste Sparsamkeit bedachten Politik von Generaldirektor Emil von Chertek: Unter anderem motiviert durch die hohen Kosten der Übersiedlung von 1892/93 drängte er auf die Reduktion der Ausgaben32 und verfügte nicht selten den Einsatz von Budgetmittel, die für Anschaffungen und Adjustie- rungen vorgesehen waren, zur Deckung anderer Ausgaben.33 Das Resultat war ein spürbarer Rückgang der Buchankäufe in den 1890er Jahren und somit auch der Rabattgelder. Nach der Mitte des Jahrzehnts kam es schließ- lich zur Einstellung dieses Budgetpostens. Im Bericht über die Kanzleiauslagen des Jahres 1894 schreibt Alois Karpf am 16. Jänner 1895, „dass der Cassastand der Rabattgelder schon während der letzten Jahre durch die Verminderung des Büchereinkaufes stark zurückgegangen ist und nun- mehr gänzlich erschöpft ist. Auch für die folgenden Jahre ist kein bedeutender Eingang an Rabattgeldern zu erwarten, da der bevorstehenden Übersiedlung 28 Vgl. den Beitrag von Thomas Huber-Frischeis in diesem Band, Abschnitt 5.10.4, S. 324f., und FKBA27032, fol. 1v–2r. 29 FKBA28048. 30 Vgl. FKBA33098. 31 FKBA40042. 32 FKBA33160, fol. 4r. 33 FKBA34073, fol. 1v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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