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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 448 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM448 der Fideikommissbibliothek ausgeübt hatten, wird in den erhaltenen Bewer- bungsschreiben besonders hervorgehoben. Anscheinend wurde dies als eine entscheidende Voraussetzung für den Erhalt der Stelle betrachtet. Aus zwei Bewerbungen (Karl Domanig, Kustos der kaiserlichen Sammlungen; Ferdi- nand Kummer, Landesschulinspektor in Wien) geht außerdem hervor, wel- che Anreize bzw. Hoffnungen mit der begehrten Anstellung verbunden wa- ren. Domanig schrieb, dass sein primäres Motiv zur Bewerbung darin läge, „daß ich dann hinlänglich Muße finde, um auf meinem eignesten Gebiete der Poesie mehr zu leisten“, und dass „ein zweiter [Beweggrund] – durch- aus materieller Natur“ wäre.50 Ferdinand Kummer sah in der Funktion des Direktors der Fideikommissbibliothek „einen Posten […], auf dem ich mei- ner Lieblingsneigung zu wissenschaftlicher Thätigkeit mich wieder ganz widmen kann“, und zugleich „ein erhöhtes Einkommen aus einem weniger anstrengenden Amte.“51 Sie galt also offenbar als gut bezahlt, verbunden mit geringer Arbeitsleistung. Doch keiner der Bewerber hatte Erfolg und vorerst änderte sich gar nichts. In den Präliminarien für die Jahre 1895–1899 ist der Posten des Di- rektors zwar stets jeweils mit 3.800 fl. ausgewiesen;52 er wurde in dieser Zeit aber nicht nachbesetzt. Am 20. Juli 1899 genehmigte der Kaiser auf Antrag des Generaldirektors schließlich, „die Besetzung der erledigten Direkto- renstelle bis auf Weiteres zu sistieren“.53 Gleichzeitig wurde ein neues Ge- haltsschema für die Angestellten der Fideikommissbibliothek eingeführt, in dem die Einkommen des Kustos und der beiden ersten Skriptoren deutlich erhöht wurden, während jene der übrigen Mitarbeiter bei Veränderungen in den einzelnen Bezügen insgesamt gleich blieben. Alois Karpf verdiente demnach als leitender Kustos ab dem Jahr 1900 3.400 fl. anstelle von bisher 2.800 fl. Die Bezüge wurden freilich nach der Währungsumstellung 1892 in Kronen (K) ausbezahlt, wobei zwei Kornen einem Gulden entsprachen. Da der Posten des Direktors nicht mehr ausgewiesen ist, entfiel er zukünftig in der Berechnung der Personalbezüge im Präliminare, womit diese trotz der Gehaltserhöhungen geringer ausfielen.54 50 Ebenda, Brief v. Karl Domanig an Emil v. Chertek v. 07.09.1894. 51 Ebenda, Brief von Ferdinand Kummer an Emil v. Chertek v. 30.11.1894. 52 Dieses Einkommen umfasste 3.000 fl. Gehalt und 800 fl. Quartiergeld; vgl. FKBA34134, FKBA35001, FKBA35065, FKBA35131, FKBA35199. 53 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 534, Z. 4321 ex 1894. 54 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 535, Z. 4866 ex 1896: Vortrag des General- direktors an den Kaiser vom 11.07. und Resolution vom 20.07.1899; FKBA35253. Alois Karpf vermerkt im Präliminare für das 1900, dass durch den Wegfall des Postens eines Direktors eine Ersparnis von 4.400 fl. eintrete; wie aus Bleistiftnotizen auf dem Entwurf für die tabellarische Aufstellung der Personalbezüge hervorgeht, setzt sich dieser Be- Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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