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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 456 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM456 Johann Baptist Janku (1828–1914) Beginnen wir chronologisch mit jener Person, die die wenigsten Spuren in der Sammlung hinterlassen hat. Im September 1881 musste der Hilfsarbei- ter Friedrich Swieceny, der für die Korrektur der Vorarbeiten für den Real- katalog zuständig war, aus gesundheitlichen Gründen pensioniert werden. Für diese Stelle, die Becker unbedingt nachbesetzen wollte, bewarb sich Johann Baptist Janku.76 Er war zu diesem Zeitpunkt bereits 53 Jahre alt und hatte eine abwechslungsreiche Karriere hinter sich. Mit einem abge- schlossenen Jurastudium an der Universität Wien hatte Janku zunächst an verschiedenen Ämtern und Gerichten in Niederösterreich gearbeitet, um sich nach einer radikalen beruflichen Umorientierung archäologischen und kunstgeschichtlichen Studien zu widmen. Er war dann, wie er sich selbst ausdrückt, zwölf Jahre lang mit „Arbeiten theils im eigenen Interesse theils im Auftrage in fast allen Museen und mehreren Archiven Italien’s beschäftgt“. Seit 1877 war Janku als Archivar für den kärntnerischen Ge- schichtsverein tätig, ab 1879 wirkte er als Korrespondent der Centralcom- mission für die kunst- und historischen Denkmale.77 Jankus Motive für die Bewerbung in der Fideikommissbibliothek können nach dem vorliegenden Kenntnisstand nur auf prekäre ökonomische Verhältnisse zurückgeführt werden. Er hatte sich in seinem Bewerbungsschreiben dahingehend ausge- sprochen, dass er sich „mit bescheidener Honorierung gerne begnügen“ wür- de.78 So kam es dann auch und so blieb es bis zu Jankus Pensionierung im Jahr 1902. Nachdem der Kaiser seine Aufnahme am 26. Jänner 1882 geneh- migt hatte, wurde Janku mit einem Monatsgehalt von 50 fl. eingestellt. Die- ser Bezug wurde während seiner gesamten zwanzigjährigen Tätigkeit in der Fideikommissbibliothek nicht erhöht, obwohl Janku im Oktober 1892 um Anhebung seines jährlichen Fixgehaltes von 600 auf 800 fl. angesucht hat- te.79 Da er aber bereits frühzeitig neben der ihm zugedachten Revision der Einträge für den gedruckten Katalog auch selbständige Katalogisierungs- arbeiten in der Kunstsammlung übernahm und dabei offenbar zufrieden- stellende Leistungen erbrachte, wurde ihm zu Beginn jedes Jahres zusätz- lich eine Remuneration (Vergütung) ausgezahlt: 1883–1889 100 fl., 1890/91 150 fl., ab 1893 200 fl. bzw. 400 K. und schließlich 1901/02 600 K.80 Dies war zuletzt keine unwesentliche finanzielle Unterstützung, da die Remuneration 76 FKBA30040, fol. 7v–8v. 77 FKBA30031, fol. 2–3 (Zitat fol. 2v). Siehe auch FKBA33009. 78 FKBA30031, fol. 2r. 79 FKBA33130. 80 FKBA30032, FKBA31092, FKBA34071, FKBA36058, FKBA36114. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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