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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 457 -
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Seite - 457 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 457 immerhin ein halbes Jahresgehalt ausmachte. Erwähnt sei schließlich noch, dass sich Janku 1887 erfolglos für eine vakante Beamtenstelle in der Alber- tina beworben und zu diesem Zweck ein Empfehlungsschreiben von Zhish- man erhalten hatte.81 Johann Jureczek (1848–1921) Johann Jureczek, der die Nachfolge von Josef Kaiser antrat, wurde bereits erwähnt. Becker hatte ihn zunächst im Oktober 1882 als wissenschaftlichen Hilfsarbeiter aufgenommen und mit den Aufgaben des erkrankten Kaiser betraut. Seine Entscheidung für Jureczek begründet er „durch Empfehlung von vertrauenswürdiger Seite“.82 Als Kaiser fünf Monate später pensioniert wurde, beantragte Becker für Jureczek dessen Skriptorenstelle, die ihm am 21. Februar 1883 vom Monarchen bewilligt wurde. Bemerkenswert ist, dass der neu eingestellte Beamte bis zu seinem Eintritt in die Fideikommissbib- liothek weder Erfahrungen im Bibliotheksdienst gemacht hatte noch eine einschlägige Ausbildung besaß. Nach der Absolvierung der k. k. Genie-Aka- demie in Klosterbruck bei Znaim hatte Jureczek zunächst 1868–1878 als Unteroffizier bei der Armee gedient. Nach seinem Ausscheiden aus dem Mi- litär war er zwei Jahre lang als Buchhalter in einer Hofbuchhandlung tätig, im Grunde die einzige „Gelegenheit, sich auch bibliographische Kenntnisse anzueignen“, wie Becker anmerkt.83 Von 1880 bis zum 31. August 1882 ar- beitete Jureczek als Rechnungspraktikant bei der k. k. Staatsschuldenkassa. Interessant im Zusammenhang mit der Einstellung Jureczeks sind Beckers Kriterien bezüglich seiner Eignung für den Dienst in der Fideikommissbib- liothek, wonach „der keiner Mahnung bedürftige Diensteifer verbunden mit schneller Auffassung der Aufgabe, die er zu lösen hat, und mit schneller Zu- rechtfindung in den Hilfsmitteln, mittels derer er sie lösen kann, eine weit wichtigere Empfehlung für einen Bibliotheksbeamten [sind], als die wissen- schaftliche oder künstlerische Fachkenntnis an sich.“84 War diese Einschät- zung vielleicht eine Folge der negativen Erfahrungen, die Becker mit dem von ihm zunächst wegen seiner akademischen Gelehrsamkeit so sehr ge- schätzten Alois Karpf gemacht hatte? Jureczek wurde von Becker vor allem für die Bearbeitung der Kunst- und Porträtsammlung verwendet, und das blieb in weiterer Folge auch sein Hauptbetätigungsfeld. Verdienste hat er sich später bei der Bestimmung von Porträts und der Autorschaft von Aqua- 81 FKBA31102. 82 FKBA30041, fol. 3r. 83 FKBA30085, fol. 3v. 84 FKBA30085, fol. 3r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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