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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 463 -
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Seite - 463 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 463 seiner Amtsobliegenheiten hinausreichende Verdienste erworben, was bey Folnescis nicht der Fall sein dürfte.“ Helfert war sich des Erfolges seiner Ar- gumentation aber sichtlich nicht gewiss, denn er fügte hinzu, dass im Falle eines ablehnenden Bescheides „gegen die Verleihung des Franz-Joseph-Or- dens wohl keinerlei Anstand obwalten“ würde. Schließlich enthält Helferts Antrag noch eine weitere interessante Bemerkung, die auf die Wertigkeit und Bewertung von Titeln in der Gesellschaft der Habsburgermonarchie ein bezeichnendes Licht wirft: Eine Ernennung zum kaiserlichen Rat würde Schnürer ablehnen, weil er meinte, „daß dieser Titel dem betreffenden Amtstischler verliehen würde und daß er sich mit diesem, so anerkennens- wert dessen individuelle Verdienste sein mögen, nicht auf eine Linie gesetzt sehen möchte.“106 In der Generaldirektion war man keineswegs gewillt, Schnürer den Ti- tel eines Regierungsrates zuzuerkennen, und zwar genau deshalb, weil er dadurch, „wenn auch nur honorificer, vor seinem Amtsvorstand rangieren würde.“ Den Hinweis auf eine vermeintlich analoge Situation im Österrei- chischen Museum für Kunst und Industrie ließ man nicht gelten, „da es sich dort nicht wie bei der Allh. F F. Bibliothek um eine Übergehung des Amts- vorstandes handelt, und die gewünschte Maßregel das strengere dienstliche Gefüge der letztgenannten Stelle empfindlich beeinträchtigen müßte.“ Au- ßerdem würde der Titel Regierungsrat nur an Beamte der VI. Rangklasse vergeben, während Schnürer seit 1899 als Skriptor in der VIII. Rangklasse rangierte, innerhalb derer, wie eigens angemerkt wurde, seine Gehaltsbe- züge „normalmäßig einer Steigerung nicht mehr fähig“ wären. Mit der Ver- gabe des Titels hätte er also zugleich „eine ganze Rangklasse übersprungen“, was womöglich auch Änderungen in seinen Gehaltsansprüchen zur Folge ge- habt hätte.107 Dagegen war Generaldirektor Chertek bereit, die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz-Josephs-Ordens an Schnürer beim Kaiser zu be- antragen, wenn sich Helfert noch einmal ausdrücklich für diese Lösung aus- sprechen würde. Nachdem dies geschehen war, wurde am 8. Februar 1904 der entsprechende Antrag gestellt und vom Kaiser bewilligt.108 Ordenskreuz, Diplom und Statutenbuch wurden noch am nächsten Tag für Schnürer an die Generaldirektion übermittelt, und zwar vom Freiherrn von Helfert, der damals selbst das Amt des Kanzlers des Franz-Josephs-Ordens bekleidete.109 106 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 535, Z. 4525 ex. 1903: Schreiben Helferts an die Generaldirektion v. 17.12.1903. 107 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 535, Z. 4525 ex. 1903: Konzept des Antwort- schreibens an Helfert v. 09.01.1904. 108 Ebenda: Vortrag an den Kaiser v. 08.02.1904. 109 Ebenda: Schreiben Helferts v. 09.02.1904. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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