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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 468 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM468 ist jedoch aus einem bestimmten Grund verstänbdlich, der in der Stellung- nahme von Alois Karpf angedeutet wird. Dieser versuchte zunächst das Ansehen des Skriptors nach Möglichkeit zu verteidigen. Hodinka wäre in mehrfacher Hinsicht schwer krank und immer wieder zu Kuraufenthalten gezwungen. Daraus würden sich seine Abwesen- heiten erklären, die sich laut Karpf „auf entschuldbare Fälle reduzieren“. Im Hinblick auf Hodinkas fachliche Qualitäten und Leistungen hebt er hervor, dass dieser „wissenschaftlich hochgebildet“ sei, die Bearbeitung der ungari- schen und slawischen Bücher und Kartenwerke zufriedenstellend besorge und auch „bezüglich der Provenienz eines Theiles der in der kais. Bibliothek vorhandenen Handschriften und Wiegendrucke“ bedeutende Forschungen anstelle.128 Am wichtigsten für das Verständnis der ganzen Situation sind jedoch die kryptischen Schlussbemerkungen Karpfs, „dass Dr. Hodinka auch vor seiner schweren Erkrankung zeitweilig heftige psychische Erregungen zeigte. Diese traten zur Zeit der Bekanntgabe des Er- lasses der hohen k. und k. Generaldirection Nr. 2998 vom 23. Juli 1899 zu Tage. Nach später gemachten Äußerungen fühlte sich Dr. Hodinka durch die darin enthaltene, ihn betreffende Bestimmung auf das tiefste gekränkt.“129 Bei dem genannten Erlass Nr. 2998 handelt es sich um die Bekanntgabe der Neuregelung des Personal- und Gebührenstatus im Jahr 1899. Die Bezüge der Beamten der Fideikommissbibliothek wurden dabei an das Gehalts- schema der Hofbibliothek angepasst und somit deutlich erhöht – bis auf eine Ausnahme: Anton Hodinka wurde auf den Posten eines Amanuensis (Kanz- leisekretär) der IX. Rangklasse gewissermaßen „zurückgestuft“. Er behielt zwar seinen bisherigen Titel „Skriptor“ und die bisherigen Bezüge; dennoch war dies gegenüber seinen Kollegen Jureczek und Schnürer eine deutliche Benachteiligung, die mit einem Gehaltsunterschied von 500 fl. (bzw. 600 fl. nach der ersten und 700 fl. nach der zweiten Quinquennalzulage) einher- ging. Denn bis zu dieser Änderung waren die Gehälter und Zulagen für alle drei Skriptoren identisch.130 Welche Motive Chertek zu dieser Ungleichbe- handlung veranlassten, ob sie sachlich begründet oder aus purer Bosheit geschah, ist nicht ersichtlich. Die emotionalen Reaktionen Hodinkas, seine persönliche Kränkung und die geringe Motivation, mit der er seinen Ver- pflichtungen in der Fideikommissbibliothek anscheinend nachging, sind un- 128 FKBA36191, fol. 3r–v. 129 FKBA36191, fol. 4r. 130 Siehe etwa die Aufstellung der Personalbezüge im Präliminare für das Jahr 1898 (FKBA35131). Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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