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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 472 -
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Seite - 472 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM472 kation ist wohl auch vor dem Hintergrund der damaligen Spannungen zwi- schen Ungarn und dem Kaiser zu verstehen.141 Die Generaldirektion richtete jedenfalls am 23. November eine Anfrage an das ungarische Kultusministe- rium bezüglich der Ernennung Hodinkas zum Professor, um ihn so bald als möglich aus dem Dienst in der Fideikommissbibliothek entlassen zu kön- nen.142 Im Antwortschreiben vom 6. Dezember wies das Ministerium dann allen Ernstes darauf hin, dass die Bekanntgabe der Berufung Hodinkas an die Rechtsakademie in Pozsony nur deshalb noch nicht übermittelt worden wäre, weil dieser den Amtseid an seiner neuen Arbeitsstätte noch nicht ge- leistet hätte.143 Am 12. Dezember teilte Schnürer schließlich mit, dass auch diese letzte formale Hürde am siebenten des Monats beseitigt worden wäre, und wurde noch am gleichen Tag damit beauftragt, den Skriptor Hodinka per Dekret seines Dienstes in der Fideikommissbibliothek zu entheben.144 1906 als Jahr des Umbruchs: die Pensionierung von Alois Karpf und ihre Ursachen Das Jahr 1906 sah nicht nur den Abgang Hodinkas, sondern stellt generell eine markante Umbruchsphase in der Geschichte der Fideikommissbiblio- thek dar. Hauptgrund dafür war die Anfang Juni erfolgte Pensionierung von Bibliotheksleiter Alois Karpf. Die Umstände, die dazu geführt hatten, geben Aufschluss über die Zustände innerhalb der Bibliothek unter seiner Leitung. Am 25. März 1906 erstattete Alois Karpf folgende Meldung an die Gene- raldirektion: „Von verläßlicher Seite wurde der unterzeichneten Leitung der k. und k. Familien Fideicommiß Bibliothek mitgeteilt, daß auf Grund von Publikationen das Gerücht verbreitet sei, ihre Einwilligung zur rein mate- riell spekulativen Ausnützung des kais. Institutes gegeben zu haben.“ Die- ser Verdacht würde laut Karpf aber jeglicher Grundlage entbehren.145 Ange- sichts der Unbestimmtheit und Unvollständigkeit dieser Angaben forderte Generaldirektor Chertek Karpf zu einer „schriftlichen Aufklärung dieser nicht verständlichen Anzeige“ auf.146 Der Bibliotheksleiter lieferte daraufhin am 29. März eine etwas ausführ- lichere Stellungnahme, in der er weitere Angaben, v. a. hinsichtlich seiner Motive, macht, weiterhin aber wichtige Informationen verschweigt. Angeb- 141 Vgl. Rumpler, Chance, 516f. 142 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 357, Z. 4320 ex. 1906. 143 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 357, Z. 4639 ex. 1906. 144 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 357, Z. 4670 ex. 1906. 145 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 1192 ex. 1906: Bericht Karpfs an die Generaldirektion v. 25.03.1906. 146 Ebenda: Referatsbogen. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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