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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 482 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM482 Weitere Personalveränderungen 1906/07 Nach der Übernahme der Leitung der Fideikommissbibliothek durch Schnü- rer kam es noch im Jahr 1906 zu weiteren Veränderungen im Personalstand. Besonders folgenreich war die Einstellung von Wilhelm Beetz, der in der weiteren Geschichte der Fideikommissbibliothek in der Zwischenkriegszeit und während des zweiten Weltkriegs eine bedeutende Rolle spielen wird. Er kam anstelle des „Kanzlisten extra statum“ Geisinger. Befassen wir uns des- halb kurz mit diesem letzteren.176 Ferdinand von Geisinger war der Sohn des gleichnamigen Vorstandes des Rechnungsdepartements im Obersthofmeisteramt. Er war noch unter Becker im Februar 1886 in probeweiser Verwendung in die Fideikommiss- bibliothek aufgenommen und ein Jahr später mit einer jährlichen Besoldung von 400 fl. als Kanzleipraktikant eingestellt worden.177 Dies war jedoch nicht die Besetzung eines notwendigen Postens und von Becker zunächst so auch gar nicht gewollt. Denn Geisinger war aufgrund verschiedener Krankhei- ten sowohl in seiner körperlichen wie auch geistigen Entwicklung beein- trächtigt. Seiner Aufnahme in die Fideikommissbibliothek war ein Gesuch seines Vaters vorangegangen. Nach der einjährigen Probezeit, die Geisin- ger unter der Aufsicht Schnürers absolvierte, lobte Becker zwar seinen Ar- beitseifer, konstatierte jedoch, „dass er für die dauerhafte Verwendung in einer Bibliothek sich nicht eignet“. Da aber aufgrund der Vorbereitungen zum vierten Band des gedruckten Kataloges damals gerade vermehrt Ko- pierarbeiten notwendig waren, erklärte sich der Bibliotheksdirektor bereit, Geisinger für weitere 2–3 Jahre gegen eine monatliche Vergütung von 50 fl. in der Sammlung zu behalten. Zu der Fixanstellung kam es erst, nachdem Generaldirektor Mayr Becker dazu im direkten Gespräch überreden konn- te.178 Unter dessen Nachfolger Zhishman wurde Geisinger kraft „allerhöchs- ter Entschließung“ zum Kanzlisten extra statum mit 600 fl. Gehalt und zwei Quinquennalzulagen von 100 fl. bzw. 300 fl. Quartiergeld ab 1. Jänner 1892 ernannt. Seine Tätigkeiten in der Fideikommissbibliothek beschränkten sich auf Schreibarbeiten: Er kopierte Informationen aus verschiedenen Quellen auf Zettel und fertigte Abschriften von Akten und Schriftstücken an, die der Fideikommissbibliothek nur für beschränkte Zeit zur Einsicht überlassen wurden.179 176 FKBA37133. 177 FKBA31084, fol. 11–14. 178 FKBA31078, passim u. fol. 3r (Zitat). 179 FKBA31079, fol. 8r, FKBA36018. Das Archiv der Fideikommissbibliothek enthält zahlrei- che solcher Kopien in Geisingers unverkennbarer Handschrift. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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