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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 483 -
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Seite - 483 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 483 Am 16. Juni 1906 wurde nun der neue Leiter der Bibliothek, Franz Schnü- rer, von der Generaldirektion aufgefordert, sich über die weitere Brauchbar- keit Geisingers zu äußern. Der Erlass ist eine indirekte Aufforderung, die Pensionierung Geisingers zu beantragen. Zugleich teilte man Schnürer mit, dass der Posten an sich erhalten bleiben sollte und dass für seine Besetzung Wilhelm Beetz vorgesehen war. Dieser hatte bis dahin als Diurnist, d. h. auf Taggeldbasis, in der kaiserlichen Gemäldegalerie gearbeitet und wurde von deren Direktor August Schaeffer für die Stelle in der Fideikommissbiblio- thek empfohlen.180 In seinem Gutachten vom 22. Juni äußerte sich Schnürer erwartungsge- mäß. Wie vom Generaldirektor bereits vorweggenommen bestätigte er die „vollkommene Unbrauchbarkeit Geisingers“.181 Nach der Schilderung seiner Unzulänglichkeiten kommt er zu dem Schluss, „daß die Nachtheile […] die Erleichterung, die eine Hilfskraft gewähren sollte, weitaus übersteigen“, und bittet um die Pensionierung des Kanzlisten. Was Beetz anbelangt, so gibt Schnürer an, diesen aufgefordert zu haben, sich für die nach seiner Meinung dringend notwendige Kanzleistelle zu bewerben.182 Für Beetz sprächen neben der Empfehlung Schaeffers auch dessen vielfältige Verwendung in der Ge- mäldegalerie („Konzept-, Kanzlei- und Registraturdienst […] und […] sogar kunsthistorische Arbeiten in bescheidenem Umfange“) sowie der Umstand, dass er „sich auch Kenntnisse in der Behandlung und Konservierung von Bildern erworben hat.“ Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Schnürer Beetz’ deutsche Herkunft anspricht. Dieser war 1882 in Kiel zur Welt gekommen, lebte aber seit ca. 1890 in Wien und war in dieser Zeit laut Schnürer „auch in bezug auf seine Sprechweise u. dgl. – ganz und gar Österreicher geworden.“183 Beetz wurde nach Einholung eines polizeilichen Leumundszeugnisses schließlich provisorisch mit 1. August 1906 in der Fideikommissbibliothek als Diurnist angestellt. Wie eine eigenhändige Notiz von Generaldirektor Cher- tek bezeugt, war dafür die Empfehlung durch Galeriedirektor August Scha- effer ausschlaggebend.184 Das Gehalt von Beetz wurde mit 150 K. monatlich 180 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 2300 ex. 1906: Brief Schaeffers an Cher- tek v. 06.04.1906. 181 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 2300 ex. 1906: handschriftliche Anwei- sung von Generaldirektor Chertek vom 12.06.1906. 182 Vgl. FKBA37133, fol. 11r–v (Bewerbungsschreiben von Wilhelm Beetz) und fol. 6r (kurzer eigenhändiger Lebenslauf). 183 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 2414 ex. 1906: Bericht Schnürers vom 22.06.1906. 184 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 2414 ex. 1906: Brief Schaeffers an Cher- tek v. 20.06.1906; Z. 2686 ex. 1906: handschriftliche Ergänzung v. Chertek auf der ersten Seite des Referatsbogens, die sich auf das Schreiben v. Schaeffer bezieht. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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