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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 486 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM486 Perchtoldsdorf geborene Merz konnte ausgezeichnete Qualifikationen vor- weisen: Nach dem Besuch der Theresianischen Akademie, wo er alle Klassen mit Vorzug und die Matura mit Auszeichnung bestanden hatte, absolvierte er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger und wurde zum Leutnant der Reserve befördert. Im Rahmen eines 1901 begonnenen Studiums an der Universität Wien bestand er nach nur sieben Semestern die Rigorosen in Geographie und Philosophie mit Auszeichnung. Im Mai 1906 wurde er „sub auspiciis Imperatoris“ promoviert. Unmittelbar nach seinem Studium folgte Merz einer Berufung als Assistent und Bibliothekar an die Lehrkanzel für Geographie der Universität Leipzig, wo er Übungen in Kartographie abhielt und die rund 10.000 Bände umfassende Seminarbibliothek katalogisierte. Außerdem hatte er zum Zeitpunkt seiner Bewerbung bereits zwei wissen- schaftliche Publikationen fertiggestellt. Als wichtigstes Motiv für seinen An- trag um Aufnahme in die Fideikommissbibliothek nannte er den „Wunsch […] ins Vaterland zurückkehren zu können und diesem seine Dienste zu widmen.196 In der Generaldirektion war man zu diesem Zeitpunkt zwar nicht gewillt, einen weiteren Beamten einzustellen, wegen der hervorragenden Qualifika- tionen des Aspiranten wurde Bibliotheksleiter Schnürer aber doch um eine Stellungnahme gebeten. Dieser antwortete am 16. Oktober 1906, wobei er auch die Bewerbung Eibls in die Erörterung der Angelegenheit miteinbezog. Grundsätzlich war Schnürer für die Einstellung eines weiteren Beamten und führte zu deren Begründung folgende Argumente an: den bevorstehenden Austritt Hodinkas und die Kränklichkeit von Johann Jureczek, der bereits daran dachte, seine Pensionierung einzureichen. Für den Fall, das Jureczek ausscheiden sollte, wäre laut Schnürer ein wissenschaftlicher Mitarbeiter erforderlich, der be- reits durch den ersteren in die Verwaltung der Porträt- und Kunstsamm- lung eingeschult worden wäre. Der Bibliotheksvorstand betrachtete „beide Bewerber […] gleich ausgezeichnet qualifiziert“, erläuterte die Argumente, die jeweils für Eibl und Merz sprachen, äußerte zuletzt aber keine eindeu- tige Präferenz. Knapp die Hälfte seines Gutachtens widmete er jedoch einem von Merz Ende August verfasstes „Pro memoria“ und ein Bewerbungsschreiben mit glei- chem Inhalt vom 2. Oktober. Da der Bewerber Kielmannsegg von der Übergabe des zweiten Schreibens gleichzeitig unterrichtete, ist anzunehmen, dass das „Pro memoria“ ursprüng- lich über diesen an die Generaldirektion weitergeleitet werden sollte und dass der Statthal- ter in dieser Hinsicht säumig gewesen war. Im Konvolut findet sich jedenfalls auch ein, auf den 3. Oktober datiertes Empfehlungsschreiben von Kielmannsegg, mit dem wahrschein- lich auch das „Pro memoria“ in die Generaldirektion gelangte. 196 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 3791 ex. 1906: „Pro memoria“ und Be- werbunsschreiben von Alfred Merz, 29.08. und 02.10.1906. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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