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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 494 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM494 Bibliotheksleiter gewohnheitsmäßig vollzogen wurden (vgl. Abschnitt 2). Schließlich enthält der „Entwurf“ noch Angaben zur jährlichen Reinigung der Bibliotheksräumlichkeiten, zum Ausmaß und zu den Bedingungen des Urlaubsanspruches der Mitarbeiter und zu spezifischen Verhaltensmaßre- geln. Diese letzteren betrafen die im Diensteid kodifizierten Sorgfalts- und Verschwiegenheitspflichten, private und nebenberufliche Tätigkeiten sowie Besuche Außenstehender in der Sammlung und Ausgänge während der Amtsstunden, welche allesamt vom Vorstand genehmigt werden mussten. Insgesamt kann Schnürers „Dienstes-Instruktion“ auch als Handhabe zur Kontrolle und Disziplinierung der Mitarbeiter verstanden werden. Vize-Generaldirektor Franz von Hawerda-Wehrlandt meinte, dass „zu diesem Entwurf […] wohl einige Bemerkungen zu machen“ wären und bat seinen Chef, ihm nach der „vorläufigen h[ohen] Lesung […] Gelegenheit zu diesen Bemerkungen zu geben.“ Er war also offensichtlich mit verschiedenen Punkten und Formulierungen nicht einverstanden. Wie sich die Angelegen- heit unmittelbar danach weiterentwickelte, ist aus dem Akt der General- direktion nicht ersichtlich. Als aber Hawerda im Sommer 1910 selbst zum Generaldirektor aufstieg, ließ er den „Entwurf“ wie viele andere Denkschrif- ten Schnürers „ad acta“ legen. Personalveränderungen 1910–1913 Anfang des Jahres 1910 beantragte Alfred Merz seinen Austritt aus der Fideikommissbibliothek, da er eine Berufung als Abteilungsvorstand des In- stitutes für Meereskunde in Berlin und einen Lehrauftrag an der dortigen Universität mit Dienstbeginn am ersten April des Jahres erhalten hatte. Für diese Entscheidung, die für Merz nicht nur die Ausübung des Fachgebietes seiner akademischen Ausbildung, sondern auch einen respektablen Karriere - sprung mit materiellen Zugewinnen bedeutete, hatte Schnürer vollstes Ver- ständnis. Für seine Nachfolge bewarben sich sieben Personen; die General- direktion entschied sich für den k. u. k. Kabinetts-Registratur-Adjunkten Rudolf Payer von Thurn. Dieser wurde allerdings nicht als Skriptor einge- stellt, welche Position durch den Austritt von Merz eigentlich freigeworden war, sondern gleich „auf Grund Allerhöchster Ermächtigung […] zum Custos extra statum mit den Bezügen der VIII. Rangsklasse ernannt“.214 Weitere Veränderungen im Personalstand gab es bereits ein Jahr später: Infolge seines schlechten Gesundheitszustandes – laut ärztlichem Attest in- folge einer beginnenden Arteriosklerose – bat Johann Jureczek um Verset- zung in den dauerhaften Ruhestand. Der Grund, warum er diesen seit län- 214 FKBA38195, fol. 4r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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