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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 504 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM504 die ihnen zuteil gewordene „allerhöchste Auszeichnung“ sorgte. Diese medi- ale Präsentation war in der Tat Teil des Rituals und hatte entscheidenden Anteil an der Wirksamkeit des Prestigegewinns für Autoren und Verleger. Sporadische Veröffentlichungen von „angenommenen Werken“ lassen sich bis in die frühen 1840er Jahre zurückverfolgen.235 Ab 1878 wurde der Vor- gang jedoch systematisiert. Dies geschah nachdem Becker in einem Vortrag an den Kaiser vom 14. April 1878, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, for- derte, dass die Annahme von Werken für die Bibliothek „wie jede andere al- lerhöchste Auszeichnung durch die Wiener Zeitung veröffentlicht würde.“236 Infolgedessen wurde dem Oberstkämmereramt zehn Tage später von der Kabinettskanzlei mitgeteilt, dass der Fideikommissbibliothek aufgetragen worden wäre, für die Veröffentlichung der angenommenen Werke in der „Wiener Zeitung“ zu sorgen.237 Becker scheint dieser Aufgabe aber nun doch nicht sofort nachgekommen zu sein. Erst am 5. Februar 1880 übersandte er die erste Liste der zu publizierenden Werke an den Oberstkämmerer mit der Anfrage, „ob die Veröffentlichung in vorliegender Form und Fassung Eu- rer Excellenz genehm sei.“238 Dieser beanstandete lediglich, dass „bei jenen Autoren, welche den k. k. Offiziers-Charakter bekleiden, […] ihre betref- fenden Dienstes-Chargen beizusetzen [wären], wie sie sich auf dem Titel- blatte der Werke angegeben befinden“.239 Die Praxis, die Verzeichnisse dem Oberstkämmereramt zunächst zur Begutachtung vorzulegen, dürfte aber auch weiterhin eingehalten worden sein;240 und das hatte, wie wir gleich se- hen werden, auch gute Gründe. Für die Begleitbriefe an die „Wiener Zei- tung“ wurden eigene Drucksorten hergestellt, in denen lediglich die Daten der „Annahme“ auszufüllen waren.241 Bis zu Beckers Tod dürften die Listen durchwegs monatlich veröffentlicht worden zu sein, danach wurden meist mehrere Monate zusammengefasst. In den Jahren 1902 bis 1908 scheint es überhaupt nur noch ein oder zwei publizierte Verzeichnisse jährlich gegeben zu haben. Für die Zeit danach konnten bis auf zwei Ausnahmen keine weite- 235 Vgl. den Beitrag von Thomas Huber-Frischeis in diesem Band, Abschnitt 3.3. 236 FKBA28083, fol. 3r. 237 FKBA28085, fol. 5r. 238 FKBA29050, fol. 2r. 239 FKBA29050, fol. 5r. 240 Vgl. FKBA32043 (enthält Listen der in der “Wiener Zeitung“ zu veröffentlichenden Werke, die dem Oberkämmereramt vorgelegt wurden) und FKBA33044, fol. 1v (Bericht von Alois Karpf an Zhishman, in dem er festhält, dass „bezüglich der Veröffentlichung der Titel der Widmungswerke in der Wiener Zeitung […] wegen Abwesenheit Sr. Exc. d. Herrn Oberst- kämmerers von Wien nichts veranlasst werden“ kann). 241 FKBA34125. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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