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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 505
ren Veröffentlichungen dieser Art aufgefunden werden.242 Diese Beobachtun-
gen werden bestätigt durch eine Anfrage der Redaktion der „Wiener Zeitung“
vom 9. Juni 1911, „ob diese Publikationen eingestellt worden sind“, da seit
der Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses „fast zwei Jahre verstrichen“
waren.243 Wir kennen die Antwort leider nicht, da sie, wie auf dem Akten-
umschlag vermerkt ist, „brevi manu“, also möglicherweise mündlich, über-
mittelt wurde. Es lässt sich somit auch nicht feststellen, warum die Veröf-
fentlichung der Verzeichnisse ausgesetzt worden war und ob man sie wieder
aufnahm. Das letztere dürfte zumindest kurzfristig der Fall gewesen sein.
Denn für die Jahre 1913 und 1914 lassen sich zumindest publizierte Listen
der zwischen Jänner und Juni angenommenen Werke nachweisen.244 Für die
Zeit danach konnten keine mehr aufgefunden werden, sodass von der end-
gültigen Einstellung mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs auszugehen ist.
Sporadische Veröffentlichungen von einzelnen „angenommenen Werken“ auf
Betreiben von deren Autoren muss es aber noch gegeben haben.245
Wie wichtig die öffentliche Kundmachung der ihren Werken zuteil ge-
wordenen „allerhöchsten Annahme“ manchen Autoren war, erweist sich
an den gelegentlich dokumentierten Beschwerden, wenn einzelne Titel in
den in der „Wiener Zeitung“ publizierten Verzeichnissen fehlten. Im Fe-
bruar 1892 hatte sich Adolph Lehmann „wegen nicht Aufnahme seines
Werkes [„Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger“] in der Liste der
Werke für die Wiener Zeitung“ beschwert.246 Anfang Jänner 1896 drängte
der „Bicycle Club“ in Laibach auf die „baldige amtliche Mittheilung der Al-
lerhöchsten Entschließung vom 6. I. 96 betreffend die Annahme unseres
Werkes ‚Wegweiser von Krain und Küstenland für Radfahrer‘ für die k. u. k.
F. u. F. Bib
liothek, an die Redaction der kaiserlichen ‚Wiener Zeitung‘ behufs
242 Die Verzeichnisse wurden im Zeitschriften-Portal ANNO mittels Volltextsuche unter Ein-
gabe der dem Titel entnommenen Phrase „Familien-Fideicommiß-Bibliothek allergnädigst
angenommen“ recherchiert. Die verschiedenen Schreibweisen des Wordes „Fideikommiss-
bibliothek“ wurden dabei berücksichtigt. Obwohl nicht davon auszugehen ist, dass auf
diese Weise sämtliche der in der „Wiener Zeitung“ publizierten Verzeichnisse aufgefunden
wurden, dürften die Ergebnisse deren Erscheinungsverlauf im Großen und Ganzen zutref-
fend wiedergeben.
243 FKBA39096, fol. 2r u. 2v.
244 Wiener Zeitung; Nr. 163 v. 16.07.1913 u. Nr. 171 v. 25.07.1914, jeweils 1f.
245 Vgl. FKBA39098, fol. 3r, und FKBA43036 (Anfrage der Redaktion der “Wiener Zeitung”,
ob ein bestimmtes Werk „der huldreichsten Annahme für die k. u. k. Familien-Fidei-Kom-
miss-Bibliothek [sic!] gewürdigt wurde“).
246 FKB.INV.84, Nr. 27 ex. 1892; „Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger“ scheint in den
Listen der „Wiener Zeitung“ in den Jahren 1884 (Nr. 33 v. 09.02.1884, 1), 1886 (Nr. 52 v.
05.03.1886, 1) und 1887 (Nr. 87 v. 04.02.1887, 1) auf.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken