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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 507 -
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Seite - 507 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 507 tige Voraussetzungen. Auch dürften tatsächlich, wie Schnürer oft betonte, in der Mehrzahl Werke angenommen worden sein, deren Inhalt einen (positi- ven) Bezug zur Österreichisch-ungarischen Monarchie und/oder ihrer regie- renden Dynastie aufweisen konnte. Schriften, die in diesem Sinn von ihren Verfassern als „patriotische“ Unternehmungen betrachtet wurden, mussten diesen deshalb zugleich auch als der „Annahme“ würdig erschienen sein – womit die zirkuläre Abhängigkeit des Rituales mit der inhaltlichen Aus- richtung der dadurch in den Bestand der Fideikommissbibliothek gelangten Werke umschrieben ist. Zuletzt sei noch erwähnt, dass der Oberstkämmerer bei manchen Wer- ken, die der Kaiser angenommen hatte, anordnete, dass diese nicht in die in der „Wiener Zeitung“ publizierten Verzeichnisse aufzunehmen seien. Im Fall von Friedrich Wilhelm Helles „Golgotha und Oelberg“ (1886) kennen wir die genauen Gründe dafür nicht.252 Ausschlaggebend könnte der Um- stand gewesen sein, dass dieser Autor, der offensichtlich ein glühender Ka- tholik war, wegen seines Engagements im Kulturkampf mit den Protestan- ten im Deutschen Reich von der Staatsanwaltschaft verfolgt worden war und deshalb mehrere Monate im Gefängnis verbracht hatte.253 Bei „Pros- ciugamento de Lago Fucino“ von Alexandre Brisse lag der Grund für die Nicht-Veröffentlichung darin, dass „es sich in diesem Falle nicht um eine Autoren-Einsendung handelte“. Das Buch wurde nämlich nicht vom Ver- fasser, sondern vom Fürsten Giulio Torlonia gewidmet.254 Auch das vom Kaiser angenommene „Wiener Salon-Album“ wurde nicht in das für die „Wiener Zeitung“ bestimmte Verzeichnis aufgenommen,255 und zwar, wie man aus anderer Quelle erfährt, „weil Fortsetzungen entschieden nicht zu publizieren“ waren.256 Ebenso hatte schließlich die Publikation der „Werke und Gelegenheitsschriften“ zu unterbleiben, die der Kaiser „zufolge Aller- höchster genereller Ermächtigung“ angenommen hatte.257 – Aus diesen we- nigen bekannten Einzelfällen kann man meines Erachtens schließen, dass die Publikation eines angenommenen Werkes selten aufgrund von kompro- mittierenden Umständen oder politischen Rücksichten unterblieb. Denn bei derartigen Bedingungen wäre es ohnehin kaum vom Kaiser angenom- men worden. Ausschlaggebend dürfte vielmehr der mit der „Auszeichnung“ 252 FKBA31060. 253 Vgl. W. Gödden / I. Nölle-Hornkamp, Westfälisches Autorenlexikon. Bd. 2: 1800–1850 (Pa- derborn 1994) 38f. 254 Vermutlich der Schwiegersohn von Alessandro Torlonia, in dessen Auftrag die Trockenle- gung des Lago Fucino erfolgte, von der das Buch handelt. 255 FKBA31112. 256 FKBA33102, fol. 2r. 257 FKBA35234, fol. 1r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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