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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 513 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 513 professor Robert Latzel sein Werk über die „Myriopoden der österreichisch- ungarischen Monarchie“ mit der Bitte um Einverleibung in die Fidei- kom miss bib liothek 1884 an Becker übersandte, beantragte dieser beim Oberstkämmereramt nicht allein die Aufnahme des Buches in einen „litera- rischen Vortrag“ zwecks Erwirkung der „allerhöchsten Annahme“, sondern auch die Verleihung der goldenen Medaille für Wissenschaft und Kunst.275 Ohne eine solche Auszeichnung explizit zu fordern, hatte Latzel zuvor in sei- nem Schreiben an Becker verschiedene Argumente für ihre Rechtfertigung geliefert (Mühseligkeit und wissenschaftlicher Wert seiner Arbeit, gute Kri- tiken und keine Aussicht auf materiellen Erfolg). – Als Hans Graf Wilczek 1886 ein Werk seines Schwagers Achille De Zigno anlässlich eines Besuches in der Fideikommissbibliothek 1886 als Geschenk übergab, schrieb Becker an den Oberstkämmerer: „Da dieses Werk unter den Publicationen der neueren Geologie beziehungs- weise Palaeontologie einen besonders hervorragenden Platz einnimmt, hält es der ergebenst Unterzeichnete für seine Pflicht, dasselbe nicht in eigenem Wirkungskreise der Sammlung im kurzen Wege einzuverleiben, sondern viel- mehr als in das Ressort Eurer Excellenz gehörig zu betrachten und es Hoch- denselben mit der Bitte zu unterbreiten, Euere Excellenz mögen sich gütigst bewogen finden, das Werk ‚flora fossilis formationis oolithicae von A. Baron de Zigno‘ in einen literarischen Vortrag aufzunehmen und dessen a. g. Annahme für die k. k. Ffbibl. bei Seiner k. und k. Apost. Majestät zu beantragen.“276 Dezidiert um Vermittlung gebeten wurde Becker noch im gleichen Jahr (1886) von Hermann Kopp, mit dem er seit Jahren in fachlichem Austausch stand und der der Bibliothek bereits 1880 eine Publikation als Dank für wis- senschaftliche Auskünfte gewidmet hatte.277 In seiner diesbezüglichen Ein- gabe an den Oberstkämmerer gibt Becker an, dass der Professor aus Heidel- berg „stets ein warmer Verehrer Oesterreichs“ war und enge Beziehungen zu den Fachgelehrten des Reiches unterhielt.278 Bevor wir die Entwicklung des Umgangs mit Gratiszuwendungen in der Fideikommissbibliothek weiterverfolgen, sei an dieser Stelle eine kurze Zwischenbilanz gezogen. Die wichtigste Motivation dafür, ein von einer 275 FKBA30133. Der Oberstkämmerer antwortete darauf zwar, dass sich der Autor direkt an ihn zu wenden habe, fügte aber hinzu, „den von Ihnen angeregten Antrag in Erwägung zu ziehen“ (fol. 9v). 276 FKBA31042, fol. 1r–v. 277 Vgl. FKBA29074. 278 FKBA31055, fol. 3v. Nicht immer entsprach Becker der Bitte eines Autors um Intervention; als Beispiel einer negativen Reaktion siehe FKBA30019; vgl. auch Schnürer, Becker, 9. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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