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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 521
Bibliothek ursprünglich kam, nämlich aus dem Oberstkämmereramt.308 Ge-
neraldirektor Chertek hatte diesen Entwurf eigenhändig überarbeitet und
gegenüber dem Oberstkämmerer erklärt, dass die Vorgehensweise der Bib-
liotheksleitung aufgrund des Regulativs rechtens wäre und dass diese genau
zwischen Gratiszuwendungen und Widmungen an den Kaiser unterschied:
„Laut des beil. Verzeichnißes sind der Bibliothek seit d. J. 1901 nur 17 Pub-
likationen zugekommen. Über derartige, ihr direkt zugesendete Publikatio-
nen stellt sie eine Bestätigung nach dem beil. Form. A aus, während sie den
Einsendern von Werken, die deren Annahme durch s. k. u. k.apost. Majestät
anstreben, einen Bescheid in der aus dem Formular B. ersichtlichen Fassung
ertheilt.“309
Sowohl in den Akten der Generaldirektion wie auch im einschlägigen
Konvolut im Archiv der Fideikommissbibliothek findet sich auch die
genannte Drucksorte für die Antwortschreiben an jene Personen, die eine
„allerhöchste Annahme“ ihrer Werke anstrebten.310 Sie entspricht im Wort-
laut weitgehend dem oben erwähnten Schreiben vom Oktober 1891, das
gewissermaßen die Referenz für alle weiteren Antwortbriefe dieser Art
dar stellte.311 Das Oberstkämmereramt, dem das Formular ebenfalls über-
mittelt worden war, reklamierte einige Änderungswünsche, die haupt-
sächlich die Beschreibung des vorschriftmäßigen Behördenweges betrafen.
Geändert wurde aber auch die auf Zhishman bzw. Karpf zurückgehende, ir-
reführende Formulierung „Vermittlung von Bücherwerken an die Bibliothek
behufs Allerhöchster Annahme“.312 Damit war nun explizit ausgedrückt,
308 Generaldirektor Chertek erhielt die diesbezügliche Mitteilung laut Angabe im Brief an den
Oberstkämmerer mündlich. Der Umstand, dass er seine Quelle im Erlass an Karpf vom
20.02.1904 nicht nannte, veranlasste diesen zu der Anmerkung: „Wer war der Übermitt-
ler?“ (FKBA37016, fol. 2r). Gemäß einer weiteren Bleistiftnotiz auf der Rückseite des Brief-
bogens wurden von Karpf im Anschluss „Herr Jurezcek und Herr Dr. Schnürer beauftragt
im Haus Hof u. Staats Archiv die nötigen Forschungen zu machen“ (ebenda, fol. 2v).
309 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 536, Z. 954 ex. 1904: Schreiben des General-
direktors an den Oberstkämmerer v. 28.03.1904.
310 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 536, Z. 1709 ex. 1904; FKBA37016, fol. 6r u.
8r. Das Formular zu den Dankschreiben für Gratiszuwendungen, das es dem Zitat gemäß
auch gegeben haben muss, konnte nicht aufgefunden werden; es dürfte aber mit den oben
zitierten, notorisch gleichlautenden Fallbeispielen derartiger Antwortbriefe weitgehend
ident gewesen sein.
311 FKBA33059.
312 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5., Kt. 536, Z. 1709 ex. 1904; FKBA37016, fol. 6–11. Die
Vordrucke zu den Gesuchen an die Statthalterei und das Oberstkämmereramt, deren Kon-
zepte unter FKBA3308 liegen, wurden dem Schreiben in Hinkunft nicht mehr beigegeben.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken