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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM530
„dass Publicationen wissenschaftlicher Körperschaften, wovon die Anfänge
oder einzelne Theile bereits in der Bibliothek vorhanden waren, über meine
Anfrage, unter welchen Bedingungen die ergänzenden Folgen zu haben wären,
mit Vergnügen unentgeltlich nachgeliefert wurden, was auch ohne die ge-
ringste Belästigung jener Körperschaften geschehen konnte, da ihre Publica-
tionen in der Regel nicht für den Büchermarkt bestimmt, wol aber eine Anzahl
Exemplare zur Vertheilung verfügbar sind und zudem ein besonderer Wert
darauf gelegt wird, dieselben in der k k Familienbibliothek aufgenommen zu
wissen.“341
In einem Fall hielt Becker die unentgeltliche Übergabe vielbändiger wissen-
schaftlicher Werke an die Fideikommissbibliothek sogar für selbstverständ-
lich: Denn von den Schriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
in Wien waren von Becker 1870
„außer einigen von der Bibliothek angekauften, keine vorgefunden worden
[…], während es kaum glaubhaft erscheint, dass eine Körperschaft, deren
Dotation sie in die Lage versetzt, zahlreiche Exemplare ihrer Publicationen
unentgeltlich an Bibliotheken und Studienanstalten zu vertheilen, die gleiche
Aufmerksamkeit nicht vorerst dort hätte walten lassen, wo Ehrfurcht und
Dank im gleichem Maße eine solche Aufmerksamkeit zu einer angenehmen
Verpflichtung machen.“342
Diese „Verpflichtung“ war für Becker deswegen gegeben, weil die Akademie
von den Habsburgern gegründet und gefördert worden war. Nach entspre-
chenden „Erkundigungen“ durch den Skriptor Georg Thaa wurden der Fidei-
kommissbibliothek denn auch von beiden Klassen der Akademie alle bishe-
rigen und zukünftigen Publikationen unentgeltlich zur Verfügung gestellt.343
Die fehlenden Jahrgänge der in der Fideikommissbibliothek vorhandenen
periodischen Schriften der Königlich-böhmischen Gesellschaft der Wissen-
schaften versuchte Becker hingegen zunächst auf antiquarischem Weg zu
erwerben, allerdings erfolglos. Als er sich mit seinem Anliegen direkt an
die Vorgänger-Institution der tschechischen Akademie der Wissenschaften
wandte, erhielt die Fideikommissbibliothek die im Bestand fehlenden Bände
gratis und zugleich auch die Zusage, dass ihr alle weiteren Publikationen zu-
gesandt werden würden.344 Ähnliche Schenkungen erfolgten auch vonseiten
341 FKBA26135, pag. 20.
342 FKBA27045, fol. 1r.
343 FKBA27045, FKBA30103.
344 FKBA27092.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken