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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 564 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM564 liegenden Tabelle gemäß, sich ordnet.“ Dieser letztere war folglich nicht al- phabetisch, sondern systematisch angelegt, wie es ja auch der gedruckte Ka- talog der Fideikommissbibliothek ist. Leider ist das Klassifikationsschema verschollen. Doch auch das anfänglich genannte Verzeichnis der Zeichner und Stecher hat Janku nicht rein alphabetisch, sondern unterteilt nach den verschiedenen grafischen Techniken angelegt. Wie bereits oben erwähnt, erhielt Janku seit 1887 eine jährliche Remunera- tion, die ihm bis zu seinem letzten Dienstjahr 1901 kontinuierlich ausbezahlt und zwischendurch dreimal erhöht wurde. Becker hatte dies 1887 damit be- gründet, dass Janku „bei der Beschreibung der Kunstsammlung eine das Maß der von einem Hilfsarbeiter zu verlangenden Arbeit überschreitende Thätig- keit durch seine Kenntnisse auf dem Gebiete der Kunstgeschichte“ bekundete und „den an ihn gestellten Anforderungen in vollkommen zufriedenstellender Weise“ nachkam.505 Diese Rechtfertigungsgründe wurden später auch unter Zhishman und Karpf in notorischer Weise wiederholt. Ob sie letztendlich auf Becker selbst oder auf Wenzel Schaffer, der die ersten Konzepte der Auszah- lungsbescheide verfasst hat, zurückgehen und vom Bibliotheksdirektor nur gutgeheißen wurden, lässt sich aus heutiger Sicht nicht mehr entscheiden. Im März 1890 übergab Janku die „Titelblätter“ für den Realkatalog an Bib liotheksdirektor Zhishman. Dabei war er bestrebt durch „die ornamen- tale Zier derselben […], die volle Bedeutung des Titels zu veranschauli- chen.“506 Da Janku die Arbeit in seiner Freizeit geleistet hatte, erhielt er von Zhishman eine Remuneration von 50 fl. Die Kataloge Jankus sind heute verschollen, sodass sich über ihren Auf- bau und ihre Qualität nichts Konkretes aussagen lässt. Trotz des Anscheins, den die obigen Zitate erwecken, dürften sie in der Bibliothek wenig geschätzt und genutzt worden sein. Schnürer schrieb dazu 1906: „Janku’s ‚sämtliche Werke‘ stehen heute noch unberührt in den Kasten – tausende von Zetteln, die er eigensinnig nach ‚seiner Methode‘ beschrieb und mit denen, so schön er sie mit farbigen Pastellzeichnungen schmückte, niemand etwas anzufan- gen wußte.“507 Neue Anläufe zur Revision nach den Übersiedlungen 1903/08 Als Schnürer diese Kritik an den Katalogen Jankus äußerte, stellte sich das Problem der Inventarisierung und Revision der Kunstsammlung und der 505 FKBA31092, fol. 2r. 506 FKBA32096, fol. 1r. 507 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 4681 ex. 1906: Bericht Schnürers an Chertek vom 04.04.1906. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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