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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 565 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 565 Porträtsammlung von neuem: In den Jahren 1906/07 wurde wenigstens ein neuer Anlauf unternommen, die gesamten Bestände auf ihre Vollständigkeit durchzusehen und neu zu inventarisieren. Das Ziel war, die aus verschie- denen Gründen entstandenen Fehler in den Verzeichnissen zur Kunst- und Porträtsammlung, die seit der Inventur 1859 an das Haus-, Hof- und Staats- archiv abgegeben worden waren, aufzufinden und eine Grundlage für eine zeitgemäße und verlässliche Dokumentation dieser Bestände zu schaffen. Der Problematik hatte wohl schon seit längerem die Aufmerksamkeit der Bibliotheksbeamten erregt, da die Unübersichtlichkeit und die Unzu- länglichkeiten in der Dokumentation der Kunstsammlung anlässlich der Übersiedlung 1903 wieder deutlicher ins Bewusstsein getreten sein müssen. Wahrscheinlich aus dem Jahr 1904 stammt ein vierseitiges Manuskript aus der Feder Jureczeks, in dem die Erstellung von Inventaren (also Einlauf- journalen, die gleichzeitig Standortsrepertorien sind) sowohl für die Porträt- sammlung als auch für unterschiedliche Teile der Kunstsammlung gefordert wird. Für die letztere sollten auch neue Kataloge angefertigt werden, da äl- tere entweder unzureichend oder gar nicht vorhanden wären.508 Auswirkun- gen hatte dies anscheinend zunächst keine. Erst der Medaillendiebstahl durch den Bibliotheksdiener Matthias Scherr brachte die Angelegenheit erneut aufs Tapet. Um sicher zu gehen, dass nicht weitere Gegenstände von Scherr entwendet wurden, ordnete Generaldirek- tor Chertek an, potentiell gefährdete Bestände zur Gänze oder stichproben- weise auf ihre Vollständigkeit zu prüfen. Der neue Leiter der Sammlung, Franz Schnürer, ließ daraufhin die Handschriften- und Inkunabelbestände durchsehen sowie die sog. „Inventarstücke“, also jene Objekte, „welche bis- her keiner der bestehenden Abteilungen (Buch-, Kunst-, Porträt- Landkar- ten-, Adressen-Sammlung etc.) einverleibt waren, […] nur mangelhaft ver- zeichnet sind, nicht der speziellen verantwortlichen Obhut eines Beamten anvertraut und ihrer Natur nach am leichtesten verkäuflich waren“.509 Über diese Bestandsgruppe, die Büsten, Modelle, Globen, Gemälde, Schnitzwerke aber auch Mobiliar und andere in der Sammlung frei herumstehende Ob- jekte umfasste, existierte ein Verzeichnis aus dem Jahr 1859, ein dazu vom Kustos Wenzel Schaffer ca. 1879 erstellter Nachtrag510 und das bereits er- wähnte, von Johann Jureczek 1892 angefertigte Standorts-Verzeichnis der 508 FKBA37070; das Papier enthält eine – wenn auch ungenaue und unvollständige – Zusam- menstellung der verschiedenen Zweige der Kunstsammlung samt den vorhandenen Kata- logen; es ist nicht datiert, lag aber unter den Akten des Jahres 1904. 509 FKBA37140, fol. 2v. 510 Der Verbleib dieses Nachtrags ist unbekannt. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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