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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 569 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 569 dieser Arbeit wäre wohl möglich, würde aber, da natürlich der ganze bisherige und gegenwärtige Bestand auf das ‚neue System‘ umgearbeitet werden müßte, eine ganz unverhältnismäßige Menge an Arbeit für die – Jahre dauernde – Übergangszeit erforderlich machen.)“523 Dieses Zitat leitet zum letzten Akt zum Thema „Katalogisierung“ vor dem Ers- ten Weltkrieg über, dessen Erledigung – oder besser: Nicht-Erledigung – be- zeichnend für den Stand ist, den man in der Fideikommissbibliothek bis dahin erreicht hatte und von dem aus es anscheinend kein Weiterkommen gab. Beim ersten Deutschen Bibliothekarstag, der im Mai 1912 in München stattfand, wurde unter anderem die Frage der einheitlichen Katalogisierung im deutschsprachigen Raum diskutiert. Gottlieb August Crüwell, Biblio- thekar an der Universitätsbibliothek Wien, sollte dabei die österreichische Position vertreten. Da er für diesen Zweck Informationen von den österrei- chischen Bibliotheksvorständen benötigte, versandte er ein Rundschreiben, in dem vier Fragen gestellt wurden: ob in der betreffenden Bibliothek nach einer gedruckten Instruktion katalogisiert und ob diese auch in anderen Sammlungen verwendet wurde; ob der Bibliotheksvorsteher eine einheitli- che, bindende Katalogisierungsvorschrift für wünschenswert hielt und ob er gegebenenfalls bereit wäre, in einer Kommission zur Erstellung derselben mitzuarbeiten. Dieses Schreiben erging im März 1912 auch an die Fidei- kommissbibliothek. Die Antworten Schnürers sind sehr aufschlussreich: Die Katalogisierung der Sammlung würde „auf keiner Instruktion, sondern auf Tradition“ beruhen. Die Frage der Zweckmäßigkeit einer einheitlichen In- struktion wollte Schnürer nicht direkt beantworten, da ihm „in dieser Hin- sicht die Erfahrung fehlt“; er meinte aber, „daß jede Katalogisierung [sich] dem Spezialcharakter der betreffenden Bibliothek anpassen müsse, daß also eine gemeinsame Instruktion nur für Bibliotheken gleichen Charakters Sinn“ hätte. Dass Schnürer folglich auch kein Interesse hatte, an der Erstel- lung einer solchen allgemeinen Instruktion mitzuwirken, ergibt sich damit eigentlich schon von selbst.524 1.5 Räumliche Entwicklung Vom Beginn des letzten Viertels des 19. jahrhunderts bis zum Ersten Welt- krieg die Bestände der Fideikommissbibliothek dreimal vollständig und ein- 523 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 4681 ex. 1906: Denkschrift Schnürers über die „Neusystemisierung des Beamtenstatus“ vom 04.04.1906, [pag. 8f.]. 524 FKBA40039, fol. 1v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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