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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 578 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM578 die Schleifung von etwa einem Drittel des Augustinergangtraktes notwen- dig wäre; der übrige Teil könnte vorerst bestehen bleiben. Nach Zhishmans Berechnung wäre es nun möglich, die in den Räumen des zu demolierenden Abschnittes untergebrachten Bestände im seitlichen Korridor des Traktes, also im eigentlichen Augustinergang, aufzustellen, der entlang der nordöst- lichen Längsseite der Raumfolge verlief.556 Zhishmans Vorschlag wurde vom Obersthofmeisteramt gebilligt; zeitgleich hatte jedoch der Kaiser die zu- künftige Unterbringung der Fideikommissbibliothek im Unteren Belvedere mittels Handschreiben vom 30. März 1894 bereits verfügt.557 Das räumliche Schicksal der Sammlung schien daher zunächst mit dieser Lösung besiegelt. Die Übertragung eines Teiles der Fideikommissbibliothek in den Au- gustinergang erfolgte zwischen Mitte Mai und Anfang Dezember 1894. Die notwendigen Tischlerarbeiten wurden dabei erneut von der Werkstatt Josef Spales durchgeführt. Alois Karpf, der nach dem Tod Zhishmans am 4. Sep- tember provisorisch die Leitung der Bibliothek übernommen hatte, bean- tragte bei der Rechnungslegung auch die Anschaffung einiger neuer Kästen, „weil bei den vorgenommenen Massenverschiebungen ein großer Theil von Büchern und Kunstwerken sich nicht in entsprechender Weise unterbrin- gen ließ, und unter den gegebenen Verhältnissen trotz aller Vorsicht auf die Dauer nicht vor Schaden bewahrt werden könnte; auch erscheint die Evi- denzhaltung und Auffindbarkeit der aufgespeicherten Werke gefährdet.“558 Die neuen Regalkästen und damit in Verbindung stehende Arbeiten hätten laut beigegebenen Kostenvoranschlägen Ausgaben von rund 4.440 fl. erfor- derlich gemacht, während die Kosten für die bereits getätigten Übersied- lungsmaßnahmen nur 2.445 fl. ausmachten. Generaldirektor Chertek, der stets auf sparsamste Finanzgebarung bedacht war, hat denn auch diese An- schaffung „mit Rücksicht auf die in nicht ferner Zeit zu gewärtigende that- sächliche Uebersiedlung, vorläufig nicht bewilligt“.559 Am 3. Jänner 1895 übermittelte das Obersthofmeisteramt Pläne und Kos- tenvoranschläge für die Adaptierung der Räumlichkeiten im Unteren Bel- vedere an die Generaldirektion. Bei einem kalkulierten Gesamtaufwand von 34.500 fl. sollten die Kosten für die Zentralheizung (12.000 fl.) und die Hälfte der Spesen für Demolierungsarbeiten (ca. 1.700 fl.) von der kaiserlichen Pri- vatkasse getragen werden.560 556 FKBA34098, fol. 6r–7r. 557 FKBA34098, fol. 8r–v: Mitteilung der Generaldirektion vom 12.05.1894. 558 FKBA34078, fol. 7r; Der zweite Teil des Satzes ist im Konzept in der Formulierung mehr- fach überarbeitet. 559 FKBA34078, fol. 12r–v. 560 FKBA34098, fol. 10–11 (Abschrift). Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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