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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM580 chersammlung und Neusignierungen zur Folge gehabt hätte.562 Selbst nach dieser Maßnahme, die einen erheblichen Eingriff in die bauliche Substanz des Barockschlosses bedeutet hätte, wären nach Jureczeks Berechnungen 20,47 m2 zu wenig an Wandfläche zur Verfügung gestanden (1.364,56 m2 an- stelle von 1.385,03 m2). Außerdem müsste man dieses Defizit Karpf zufolge deutlich nach oben zu korrigieren, um die bestehende mehrreihige Aufstel- lung mancher Buchbestände auflösen zu können und für die zu erwarten- den Zuwächse der nächsten Jahre Platz zu schaffen. Dazu sollten weitere Räume im Unteren Belvedere, die damals als Dienstwohnung dienten und noch nicht für die Fideikommissbibliothek vorgesehen waren, ebenfalls für diese adaptiert werden.563 Karpf scheint von dieser Lösung aber alles andere als überzeugt gewesen zu sein. In einem zweiten Teil des Gutachtens, der im Konzept aus verschiedenen ausgeschnittenen und eingeklebten Absät- zen zusammengestückelt ist, äußert er massive Bedenken, dass das Raum- problem im Unteren Belvedere auf längere Zeit gelöst sein würde.564 Hier spielte zweifellos der Umstand eine Rolle, dass die bisherige Geschichte der Fideikommissbibliothek von ständiger Platznot geprägt war. Weitere Kri- tikpunkte waren für Karpf der Steinboden im Unteren Belvedere, der durch Parkett ersetzt hätte werden müssen, und die durch die geplante Zentral- heizung erreichte Raumtemperatur, die mit durchschnittlich 13° R[éaumur] (ca. 16° C) für Arbeitsräume zu gering und auch vom konservatorischen Standpunkt bedenklich gewesen wäre (Feuchtigkeitsschäden).565 Die Kosten für die Übersiedlung wurden aufgrund von Hochrechnungen der Daten zu den vorhergegangenen Umzügen mit 32.742 fl. 30 kr. angegeben; ihre Dauer sollte laut Gutachten eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Folgearbeiten (Umsignierung, Korrektur und Neuverfassung der Kataloge) hätten laut Karpf noch zwei bis drei weitere Jahre in Anspruch genommen.566 Als Erwiderung auf diese Einwände wurde nach Veranlassung durch das Obersthofmeisteramt ein Gegengutachten vom Schlossinspektor des Bel- vederes, Eduard Henrich, erstellt, der für die baulichen Adaptierungsmaß- nahmen zuständig war.567 Darüber hinaus erstellte das Hofbaudepartement noch ein weiteres Schriftstück, in dem im Grunde die Gegendarstellung Henrichs nur zusammenfassend wiederholt wird.568 Offensichtlich ging es darum, diesen Argumenten möglichst viel Gewicht zu verleihen. Wie Hen- 562 FKBA34098, fol. 15v–16r, 16v–17r u. 18r. 563 FKBA34098, fol. 16r–17v. 564 FKBA34098, fol. 20v–21v. 565 FKBA34098, fol. 19v u. 20v. 566 FKBA34098, fol. 17v–18r. 567 FKBA34098, fol. 25r–28r, datiert mit 25.12.1895 (Abschrift). 568 FKBA34098, fol. 31–32 (Abschrift). Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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