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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 581 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 581 rich darlegt, hatten Karpf und seine Mitarbeiter den Wandbedarf für die Stellflächen anscheinend sehr großzügig hochgerechnet und mit zahlreichen quantitativen Aufschlägen abgesichert. Außerdem kommt er bei seiner Be- rechnung der verfügbaren Wandfläche zu einem deutlich abweichenden Er- gebnis, wonach nicht 20,5 m2 zu wenig, sondern 165 m2 mehr als benötigt vorhanden wären.569 Als Pendant zum erwähnten großen Saal XI könnte nach Henrich im gegenüberliegenden Gebäudeflügel durch die Entfernung mehrerer Trennwände und Zwischendecken ein ebenso großer Raum her- gestellt werden und damit der Platzbedarf der Bestandszuwächse auf viele Jahre hinweg gedeckt werden. Die meisten Räume wären unterkellert und deshalb trocken; die durch die Heizung erzielte Raumtemperatur läge selbst bei größter äußerer Kälte bei 20–22° Celsius und könnte im Bedarfsfall in manchen Räumen durch regulierbare Ventile auch höhergestellt werden. Für die Steinböden schlägt Henrich einen Linoleumbelag vor, der billiger als Parkett sei und die Erhaltung des historischen Pavimentums gewährleisten würde. Diese Maßnahme und eine Reihe kleinerer Änderungen als Reaktion auf Karpfs Beanstandungen würden Zusatzkosten von 1.700 fl. verursachen. Karpf war nun erneut aufgefordert eine Stellungnahme abzufassen, die er am 20. April 1896 vorlegte.570 Wie er darin ausführt, ergab sich die un- terschiedliche Berechnung der für Bücherkästen nutzbaren Wandflächen ausschließlich aus der mehr bzw. weniger vollständigen Ausfüllung von Randbereichen (Ecken, seitliche Bereiche bei frei stehenden Kästen, obere Abschlüsse bei den Galerien in Saal XI).571 Entscheidend aus Sicht der Bi- bliothek waren die Forderung, dass die Bewegungsfreiheit für bibliotheka- rische Manipulationen nicht allzu sehr eingeschränkt werden dürfe, und die „Nothwendigkeit, die Laten Kästen zu verwenden, welche Umstände die geometrisch vollständige Ausnutzung des Raumes unmöglich machen“.572 Karpf wollte die Zerstückelung und den Umbau des vorhandenen Mobiliars und die damit verbundene Neuaufstellung der Bücher so weit als möglich vermeiden; das erstere wegen der Ersparnis an Kosten und Aufwand, das letztere, um sich die dadurch bedingte Umsignierung der Bücher zu erspa- ren. Als Korrekturgröße wären zu der ursprünglichen Flächenangabe Jure- czeks von 1.364,56 m2 folglich nicht 185,55 m2, sondern lediglich 42,52 m2 an zusätzlicher Wandfläche hinzuzurechnen.573 Überdies hielt Karpf die Her- 569 Diese Berechnung aufgrund einer beigegebenen Tabelle: FKBA34098, fol. 33r–v (Abschrift). 570 FKBA34098, fol. 37–47. 571 Die Angaben beruhen erneut auf tabellarischen Aufstellungen und Berechnungen von Ju- reczek (FKBA34098, fol. 48–49). 572 FKBA34098, fol. 40v. 573 FKBA34098, fol. 40v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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