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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 589
die Ringstraße gelegenen Tractes des neuen Hofburgflügels mit dem Beifü-
gen […], daß die in diesem Plan mit Farben angelegten und rothen Linien
umrahmten Räume […] zur Unterbringung der k. u. k. Familien-Fideicom-
miss-Bibliothek zur Verfügung gestellt werden könnten.“593 In zwei Aspekten
unterscheidet sich die mit dieser Äußerung verbundene Lösung der Raum-
frage gegenüber der in dem Schreiben vom 12. Juni vorgenommenen Auf-
teilung. Erstens wurde offensichtlich kein Grundrissplan vom dritten und
vierten Geschoss des Augustinertraktes mitgeschickt, die zunächst für den
„der Hofbibliothek anzugliedernden Theil der k. und k. Familien-Fideicom-
miss-Bibliothek“ vorgesehen gewesen waren; und zweitens wurden nun ne-
ben Räumen im Parterre der Neuen Burg auch solche im ersten Keller für
die Unterbringung der Sammlung zur Verfügung gestellt. Diesen letzteren
Bereich, das Souterrain, hatte ja bereits Schnürer in seiner Denkschrift
vom Jänner 1899 als Ort für Magazine vorgeschlagen; vielleicht haben wir
hier erneut die Quelle des Anstoßes für die letztlich faktisch umgesetzten
Maßnahmen der Umsiedelung vor uns. Aber es muss natürlich zwischen-
durch auch mündliche Absprachen zwischen der Generaldirektion und dem
Obersthofmeisteramt gegeben haben, in denen kommuniziert wurde, dass
nun das Projekt einer Anbindung der Fideikommissbibliothek an die Hofbib-
liothek „in den Hintergrund treten“ würde, falls die Raumfrage anders gelöst
werden könnte. Die Gründe dafür müssen jedenfalls in den oben geschilder-
ten Differenzen zwischen der Generaldirektion und dem Oberstkämmerer-
amt im Hinblick auf das weitere Vorgehen gesucht werden.
In der Zwischenzeit hatte sich Chertek im September 1899 aus der Fidei-
kommissbibliothek noch einmal über den seit dem Bericht Alois Karpfs vom
6. November 1895 erfolgten Bestandszuwachs und das Ausmaß der dadurch
erforderlichen zusätzlichen Wandfläche informieren lassen, was die nicht ge-
rade unbeträchtliche Größe von zuzüglich 101,5 m2 und somit einen Gesamt-
bedarf von 1.486,53 m2 ergab.594 Am 26. Oktober 1899 teilte Chertek Karpf
schließlich mit, dass nunmehr das Souterrain und das Parterre im Corps de
logis der Neuen Burg als neuer Aufbewahrungsort für die Fideikommissbib-
liothek in Aussicht stünden, und forderte den Bibliotheksleiter auf, sich
über die Eignung dieser Räumlichkeiten und v. a. zu der Frage zu äußern,
ob der Platzbedarf der Sammlung dort vollständig gedeckt wäre. Gleichzei-
tig wurde auch der vom Obersthofmeisteramt zur Verfügung gestellte Plan
übermittelt.595
593 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 4136 ex. 1899: Note des Oberstkämmerer-
amtes an die Generaldirektion vom 18.10.1899.
594 FKBA34098, fol. 51r u. 67r.
595 FKBA34098, fol. 73.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken