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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 601 -
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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 601 November 1904 berichtete Karpf außerdem regelmäßig, dass keine Neubil- dung von Schimmel mehr zu beobachten war. Am 7. Mai 1905 richtete Generaldirektor-Stellvertreter Hawerda an Karpf die Anfrage, „ob die bei ihrer Entdeckung sich so gefahrdrohend an- lassende Schimmelpilzbildung […] als zu endgültigem Stillstand gebracht und ob in diesem Falle nach Anschauung der Leitung der k. und k. Famili- en-Fideikommiß-Bibliothek dieser Erfolg als eine Wirkung der vom Oberst- hofmeisteramte seiner Zeit getroffenen Maßnahmen angesehen werden dürfte.“631 Die Antwort des Bibliotheksleiters war ausweichend, konnte je- doch als indirekte Bestätigung der in der Anfrage ausgesprochenen Mutma- ßung aufgefasst werden. Karpf bekundete zunächst, dass er die Tempera- turschwankungen zwischen Innen- und Außenluft als Hauptursache für die Feuchtigkeitsentwicklung ansah, und empfahl, die Souterrainräume auch in den Sommermonaten zu heizen. Dann fügte er hinzu, dass unter dieser Bedingung die laufende Berichterstattung wohl eingestellt werden könnte. Doch die Hoffnung war trügerisch. Am 17. August meldete Karpf, „dass sich an einzelnen Büchereinbänden […] katastrophenartig Neubildungen von Schimmelpilz gezeigt haben.“632 Wie sich herausstellte war die Heizung trotz seiner Warnungen in der Zeit zwischen 4. und 15. August ausgeschaltet worden. Generaldirektor Chertek richtete sogleich eine Note an das Oberst- hofmeisteramt und nutzte die Gelegenheit, um „die dringende Bitte einer baldigen Anweisung anderer Räume [zu] wiederholen in welchen die kost- baren Bibl. Schätze vor dem sicheren Verderben bewahrt bleiben.“633 Das Obersthofmeisteramt wiederum stellte klar, dass die Heizung Anfang Au- gust lediglich deshalb ausgeschaltet wurde, weil „eine von der Centralhei- zung unabhängige Warmwasserheizung eingerichtet wurde.“ Man erklärte, dass abgesehen davon „bei nunmehr continuierlicher Temperierung der Räume die beklagten Uebelstände dauernd behoben sein werden“ und dass es nicht möglich wäre, „der Fideikommissbibliothek andere Räume anzuwei- sen“.634 Die Einschätzung des Obersthofmeisteramtes war anscheinend nicht un- richtig. Am 26. Jänner berichtete Karpf, dass die „Hygrometer […] im Mittel 45 % d. I. auffallende Trockenheit“ anzeigten und dass „nach Meinung der unterzeichneten Bibliotheksleitung die Schimmelpilzbildung wol zum Still- stand gebracht“ sei. Nachträglich hatte der Bibliothekar in seinem Schrei- 631 FKBA37054, fol. 19r. 632 FKBA37054, fol. 23r. 633 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 583 ex. 1905. 634 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 3263 ex. 1905: Note des Obersthofmeister- amtes an die Generladirektion v. 02.09.1905. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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