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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM608
gangen werden. Schließlich teilte der Bibliotheksleiter noch mit, dass ihm von
der Baukanzlei bereits mündlich die Zustimmung Franz Ferdinands zu der in
Vorschlag gebrachten administrativen Angliederung der Bibliotheca Estensis
an die Fideikommissbibliothek bekannt gegeben worden war.
In weiterer Folge verlief alles recht glatt. Nachdem die Generaldirektion
nach den Vorgaben Schnürers beim Freiherrn von Rumerskirch angefragt
hatte, ob die Bibliotheca Estensis künftig der Benutzbarkeit (durch die Bib-
liotheksbeamten und durch externe Forscher) offen stehen oder als „toter
Körper“ betrachtet werden sollte, antwortete dieser am 3. März, dass ge-
mäß dem Wunsch des Thronfolgers das letztere zu geschehen hätte.652 Am
19. März meldete Schnürer, dass die Baukanzlei den 2. April als Beginn der
Übersiedlung in Aussicht gestellt hätte. Was nun noch fehlte, war die von
der Generaldirektion geforderte Garantieerklärung der Burgbaukommission
für die vollständige Trockenheit der neuen Räume. Auf mündliche Weisung
des Generaldirektors holte Schnürer eine entsprechende schriftliche Zusi-
cherung bei der Bauleitung ein und damit konnte die Übersiedlung tatsäch-
lich am 2. April 1908 beginnen.653
Fünf Monate später, am 4. September, übergab Schnürer seinen Ab-
schlussbericht.654 Wichtig war ihm dabei, einleitend festzustellen, dass das
geplante Zeitbudget – soweit es jedenfalls Arbeiten betraf, „welche das Bib-
liothekspersonale zu bewältigen hatte“ – ziemlich genau eingehalten worden
war und „die Verzögerung um etliche weitere Wochen durch eine Reihe von
rein technischen Anordnungen, welche die diese Agenden der Uebersied-
lung besorgende Bauleitung traf, beziehungsweise durch den langsamen
Fortschritt der Anstreicher-, Tischler-, Maurer- Schlosser- u. s. w. Arbeiten
verursacht war.“655 In dem 30-seitigen Bericht wird dann auf die Arbeiten
und Vorkommnisse während der Übersiedlung, zukünftige Maßnahmen zur
„Wiederherstellung der Ordnung innerhalb der Bibliothek“ (Revision, Neusi-
gnierung, Erstellung eines Kataloges für die Bibliotheca Estensis etc. – vgl.
Abschnitt 1.4), auf die Fragen der Feuerversicherung und der Bodenreinhal-
tung und schließlich noch einmal, und zwar sehr ausführlich, auf die Raum-
einteilung und -ausstattung eingegangen, wobei auch kleine Änderungen
gegenüber dem Vorbericht vom 29. Jänner besprochen werden.656 Die Ge-
652 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 1107 ex. 1908.
653 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 1306 und 1365 ex. 1908.
654 FKBA37205, fol. 65–71 (Konzept), und Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 3782
ex. 1908.
655 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, S.R., Kt. 17,2, Z. 3782 ex. 1908: Bericht Schnürers an die
Generaldirektion v. 04.09.1908, [pag. 2].
656 Zum Lesekabinett siehe Abschnitt 2.2.1, S. 704 zur Ausstattung der Säle VII–IX Ab-
schnitt 3.3, S. 896–898.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken