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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM612
„Minerva. Jahrbuch der gelehrten Welt“ und an das „Centralblatt für Biblio-
thekswesen“ übermittelt,666 womit die kontinuierliche Veröffentlichung der-
artiger Daten in Periodika und Reiseführern begann.667 Gleichzeitig begann
man auch, das Wissen über die Fideikommissbibliothek in der Öffentlichkeit
durch Aufsatzpublikationen zu vermehren.668 Aus dem Jahr 1893 datiert ein
umfangreiches Manuskript von Alois Karpf, das eine detaillierte Beschrei-
bung der neuen Räumlichkeiten und weitere Informationen zu den Nut-
zungsmöglichkeiten enthält.669 Es war anscheinend zur Publikation in einem
Periodikum vorgesehen, wurde dann aber aufgrund einer äußerst polemi-
schen Kritik des Generaldirektors Emil von Chertek niemals veröffentlicht.
1898 erschien ein Artikel über die Fideikommissbibliothek in einer englisch-
sprachigen Zeitschrift mit einer Fotografie von Alois Karpf und Aufnahmen
der Räumlichkeiten im Augustinergang;670 im Jahr darauf veröffentlichte
Hans Bohatta einen ausführlichen Aufsatz, der zahlreiche Details zur Ge-
schichte sowie zu den Beständen und Katalogen der Sammlung enthält (vgl.
Abschnitt 3.1.2).671
In der zweiten Hälfte der 1890er Jahre musste die Öffnung der Fideikom-
missbibliothek für die Allgemeinheit durch die Umbaumaßnahmen in der
Hofburg und die damit verbundene Unsicherheit im Hinblick auf die zu-
künftige räumliche Unterbringung einen Rückschlag hinnehmen (vgl. Ab-
schnitt 1.5.2). Die Ausstellung im Augustinergang wurde bereits nach einem
Jahr wieder geschlossen, die Bibliothek in einschlägigen Kundmachungen
weiterhin stets als „nicht öffentlich“ bezeichnet.672 Dennoch war der Prozess
der Annäherung der Fideikommissbibliothek an die Sphäre der Öffentlich-
666 FKBA34067; FKBA34028; Während die Redaktion von „Minerva“ den Text für einen ent-
sprechenden Eintrag angefordert hatte, wurde er an das „Centralblatt“ anscheinend aus
eigenem Antrieb übersandt. Vgl. auch FKBA.INV.84, Nr. 44 u. 54 ex. 1893.
667 Weitere Beispiele sind das „Adressbuch der Museen, Bibliotheken, Sammler und Anti-
quare“ von Robert Forrer (Straßburg 1897) (FRANZ 40.930, vgl. FKBA35027), Foerster,
Fremdenführer, 37 (vgl. FKBA36090) und Weckbecker, Kunstpflege, 126–130. Über eine
Ende des Jahres 1884 von der Zeitschrift “Le Livre” gestellte Anfrage zu Daten zur Ge-
schichte und zu den Beständen der Fideikommissbibliothek, die in einer Publikation über
Bibliotheken veröffentlicht werden sollten, siehe FKBA31005.
668 Siehe die Bibliothekszahl FRANZ 41.467a–e, unter der verschiedene Aufsätze zur Fidei-
kommissbibliothek verzeichnet wurden, und Abschnitt 3.1.2.
669 Karpf, Familien-Fiedicommiss-Bibliothek (wie Anm. 663).
670 The Private Library of His Imperial and Royal Majesty Francis Joseph. Life. A Weekly
Journal of Society. Vol. XXIX (1898), Nr. 990, 10–11. Die Korrespondenz mit Bezug auf den
Artikel liegt unter FKBA35173; das Konzept für die Beantwortung der sieben Fragen des
Redakteurs, Ludwig (bzw. Louis) Felberma(n)n, unter FKBA30038.
671 Bohatta, Fideicommiss-Bibliothek.
672 Siehe beispielsweise: Minerva VI (1896–97), 923; Foerster, Fremdenführer, 37;
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken