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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 621 -
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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 621 Adressen, welche aus Anlaß der Feier der silbernen Hochzeit Ihrer Majestä- ten gemacht wurden, zur zeitweiligen Ausstellung dem Museum [zu] über- lassen.“ Damit würde er einem „von Seiner kaiserl. Hoheit, Herrn Erzherzog Rainer, Protektor des Oesterr. Museums, ausgesprochenen Wunsche“ ent- sprechen.697 Becker hatte dies in seinem Bericht an Kabinettsdirektor Braun dann nicht weiter erwähnt. Er befürwortete das Ansuchen jedoch mit der nicht minder interessanten Bemerkung, dass „nach mündlicher Aeusserung des Directors Hofrathes von Eitelberger der Zweck dieser Ausstellung le- diglich die Belehrung von Industriellen und Gewerbeleuten ist, welche in erwähnter Richtung thätig sind“.698 Die Herausgabe der Leihobjekte wurde schließlich bewilligt „unter der Voraussetzung, dass das k. k. Oesterr. Mu- seum für die unversehrte Rückstellung der Adressen volle Haftung über- nimmt und deren Hin- und Rück-Transport mit Beobachtung der entspre- chenden Vorsichtsmaßregeln selbst besorgt.“699 Genauso wie in dem eingangs besprochenen Präzedenzfall handelte es sich auch diesmal nicht um eine Präsentation der Huldigungsadressen als spezifische Objektklasse, sondern um ihre Verwendung im Rahmen ei- ner Bucheinband-Ausstellung. Diese war untergliedert in eine historische (16.–18. Jahrhundert) und in eine moderne Abteilung. Mit Bezug auf diese letztere hält die Wiener Zeitung fest: „Oesterreich ist vertreten durch eine Auswahl der vorzüglichsten Adressen zur silbernen Hochzeit des Allerhöchs- ten Kaiserpaares, durch Collectionen von Einbänden von Scheibe, Beringer, Spott, Rollinger und Anderen.“700 Wie aus einer zufälligen Angabe in einem ein anderes Thema betreffenden Akt im Archiv der Fideikommissbibliothek hervorgeht, waren es 39 Adressen, deren Einbände im Museum für Kunst und Industrie ausgestellt wurden, also eine im Vergleich mit dem Gesamtbe- stand recht selektive Auswahl.701 Anscheinend von dieser öffentlichen Präsentation der Huldigungsadres- sen oder durch die vorangegangene im Österreichischen Kunstverein inspi- riert, wandte sich am 15. Juni 1880 der Präsident des steiermärkischen Ver- eins zur Förderung der Kunstindustrie, Heinrich Graf Attems-Petzenstein (1834–1909), an den Obersthofmeister des Kaisers, um die „allerhöchste“ Bewilligung zur Verwendung der begehrten Objekte zu Ausstellungszwe- cken erwirken zu lassen.702 Anlass war die im Sommer dieses Jahres unter 697 FKBA29046, fol. 2r. 698 Ebenda, fol. 3r. 699 Ebenda, fol.3 r (Zitat) und fol. 6r. 700 Wiener Zeitung, Nr. 89 v. 18.04.1880, 10. 701 FKBA29070, fol. 10r; die einzelnen Adressen sind durch eine Liste ihrer Nummern im sel- ben Akt (fol. 12v) identifizierbar. 702 FKBA29070, fol. 2r–3v. Die Formulierung, dass die Huldigungsadressen „bis nun in Wien Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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