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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 626 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM626 Unter den Produzenten der Adress-Enveloppes ist an erster Stelle der Galanteriewarenfabrikant August Klein (1824–1890) zu nennen, in dessen Firma zwischen 1873 und 1908 gut fünf Prozent der über 3.000 in die Fidei- kommissbibliothek gelangten Huldigungsadressen hergestellt worden waren (insgesamt 158). Der gebürtige Bayer, der zuvor das Buchbinderhandwerk erlernt hatte, gründete 1847 in Wien eine Ledergalanteriewarenfabrik, die seit 1854 auch eine Abteilung für Bronze- und Holzgalanteriewaren besaß. Der Betrieb, der später auch Niederlassungen in Paris (1856) und London (1863) errichtete, gilt als „der erste in Österr., der diese Galanteriewaren in einer über das Kleingewerbe hinausgehenden Art herstellte“.726 Bei der Welt- ausstellung in London 1862 hätten laut Wurzbach „seine Arbeiten den Sieg über alle anderen und auch über die Pariser davon getragen“; 1864 soll seine Firma bereits 300 Personen beschäftigt haben.727 Die frühesten Huldigungsa- dressen aus Kleins Produktion entstanden anlässlich des 25-jährigen Thron- jubiläums 1873. Im April 1874 bat er, „eine kleine Änderung an den Mono- grammen“ zweier Huldigungsadressen vornehmen zu dürfen, die der Kaiser von den österreichisch-ungarischen Kolonien in Odessa und St. Peters burg anlässlich einer Reise im gleichen Jahr erhalten hatte, und äußerte zugleich die Absicht, „die beiden Stücke bei der nächsten Gewerbevereinsversamm- lung ausstellen“ zu wollen.728 Am 3. Juli 1880 richtete Klein ein Gesuch an das Obersthofmeisteramt, um „die aus seiner Fabrik herausgegangene Pracht-Cassette für die Huldigungsadresse der Städte & Märkte Nieder-Oes- terreichs zur silbernen Hochzeit Ihrer K. & K. apostolischen Majästen“ für die vom Niederösterreichischen Gewerbeverein veranstaltete Gewerbeaus- stellung in der Rotunde im Prater entlehnen zu können – „ein in seiner Art unerreichtes Kunstwerk der einschlägigen oesterreichischen Industrie“, wie er selbst betont.729 Bibliotheksdirektor Becker, an den die Eingabe zwecks Erledigung weitergeleitet worden war, antwortete, „dass von S. M. dem Kai- ser bezüglich der aus Ihrer Fabrik hervorgegangenen Pracht-Cassette […] zum Zwecke einer Ausstellung bereits eine anderweitige Verfügung getroffen worden ist.“730 Die Kassette befand sich nämlich unter jenen Leihobjekten, die von der Fideikommissbibliothek unmittelbar an die Landesausstellung in Graz gesendet worden waren.731 – Am 28. Juni 1882 wandte sich Klein direkt an Becker mit dem Gesuch, „im Interesse der vaterländischen Industrie“ vier 726 ÖBL, Bd. 3 (1965), 386; Scholda, Niello, 90. 727 Wurzbach, Biographisches Lexikon, Bd. 12 (1864), 57. 728 FKBA27091, fol. 1r. 729 FKBA29072, fol. 2r. 730 Ebenda, fol. 3v. 731 FKBA29070, fol. 15r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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