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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM680
sich dazu am 5. Februar, „dass er seit Jahren schon die Eventualität einer
Betheiligung dieses kais. Institutes zu einer historischen botanischen Aus-
stellung im Auge hatte“ und dass es trotz der bevorstehenden Übersied-
lung „gelingen dürfte, die Betheiligung des kais. Institutes an der geplan-
ten Ausstellung vor der internationalen wissenschaftlichen Kritik zu einer
besonders würdigen zu gestalten.“917 Auch dem Organisationskomitee war
offensichtlich bekannt, dass die Fideikommissbibliothek im Besitz herausra-
gender Objekte zur Entwicklung der Botanik war.918 Tatsächlich war dieses
Zusammentreffen günstiger Umstände alles andere als zufällig: Bereits am
9. Dezember 1902 war in einer Versammlung der Wiener Botaniker das Or-
ganisationskomitee für den Kongress des Jahres 1905 gewählt worden; und
diesem Gremium gehörte eben auch Alois Karpf an.919
Die Vorbereitungen für Kongress und Ausstellung waren gut organisiert
und intensiv: Am 25. März 1903 fand im Festsaal der Universität Wien eine
Generalversammlung des Organisationskomitees statt,920 am 23. Jänner
und am 28. Februar 1904 gab es Sitzungen des Ausstellungskomitees in den
Räumlichkeiten der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in der Wollzeile
und am 23. Mai 1905 fand ebendort eine weitere Generalversammlung des
Organisationskomitees statt.921 Vermutlich gab es dazwischen noch weitere
Zusammenkünfte, auch wenn diese nicht dokumentiert sind.922
Am 5. Juni 1905 meldete Karpf an die Generaldirektion, dass die Vorbe-
reitungsarbeiten abgeschlossen wären und dass die Aufstellung der Objekte
am achten des Monats beendet werden würde. Zur Ausstellung gelangten
„circa 70 Bildnisse von Botanikern […] dann gegen 150 Werke botanischen
Inhaltes mit mehr als 10.000 Pflanzenabbildungen; endlich […] gegen 10
Einzelblätter von österreichischen Forschern und Künstlern.“923 Bei der
Auswahl der Objekte hatte sich Karpf eng mit dem Kustos der botanischen
Sammlung im Naturhistorischen Museum Alexander Zahlbruckner abge-
sprochen, der als Generalsekretär des Organisationskomitees fungierte. Am
20. Februar 1905 retournierte Zahlbruckner einen Zettelkatalog der bota-
917 FKBA36173, fol. 6r–v.
918 Das geht aus dem Schreiben vom 27.01.1903 hervor: „Die in der K. u. K. Familien-
Fidei-
Kommiss-Bibliothek aufbewahrten Schätze sind besonders geeignet, die geplante Ausstel-
lung zu bereichern und ein glänzendes Bild der botanischen Tradition in Österreich zu
bieten“ (FKBA36173, fol. 2r).
919 FKBA36173, fol. 9r–v.
920 Neue Freie Presse, Nr. 13.857 v. 25.03.1903, 7.
921 FKBA36173, fol. 16r, 17r u. 48r.
922 Eine weitere Einladung zu einer Sitzung des Organisationskomitees, deren genauer Ter-
min nicht eruiert werden konnte, liegt unter FKBA36173, fol. 18r.
923 FKBA36173, fol. 21r.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken