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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 683 -
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Seite - 683 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 683 propagandistischen Charakters, der mit manchen strategischen Plänen in- nerhalb der Fideikommissbibliothek (Stichworte „Habsburgersammlung“, „Habsburgermuseum“, vgl. Abschnitt 3.1.1 und Abschnitt 3.3) weitgehend konformging, würde man erwarten, dass vonseiten der Sammlung der Wille zur Mitgestaltung der Ausstellung bestanden hätte. Mit dem Umstand, dass Generaldirektor Emil von Chertek selbst als Mitglied des Veranstal- tungskomitees fungierte, waren zudem günstige Rahmenbedingungen für ein solches Engagement gegeben. Aus den Quellen gewinnt man jedoch den Eindruck, dass weder Chertek noch Schnürer besonders daran gelegen war, in positivem Sinn Einfluss auf die Ausgestaltung zu nehmen. Im Fall des letzteren ist dies umso erstaunlicher, als er noch wenige Jahre zuvor im Rahmen seiner Pläne für ein Habsburgermuseum ausführliche Überle- gungen darüber anstellte, wie man durch die öffentliche Präsentation der Habsburgica-Bestände der Fideikommissbibliothek die allgemeine Loyalität gegenüber Kaiser und Herrschhaus festigen und stärken könnte (vgl. Ab- schnitt 3.3). Genau dies aber war der offizielle Zweck der Ausstellung „Unser Kaiser“. Die für die Durchführung der Ausstellung wichtigste Figur war ein gewis- ser Fritz Minkus, Direktor der „k. k. Anstalt für Frauen-Hausindustrie“ in Wien, über den aus den gängigen biografischen Nachschlagewerken nichts zu erfahren ist. Da die Erlöse der Ausstellung nach dem Willen des Kaisers wohltätigen Zwecken zugutekommen sollten, und zwar unter anderem der „weiblich hausindustriellen Arbeiterschaft Oesterreichs“, bestand von die- ser Seite offensichtlich ein Interesse an ihrer Durchführung und das könnte auch unmittelbar mit der Berufung von Minkus zum Kurator zusammen- hängen. Mit der Fideikommissbibliothek hatte er wenige Jahre zuvor bereits ein paar Mal Kontakt gehabt: Als im Jahr 1905 im Österreichischen Mu- seum für Kunst und Industrie eine Ausstellung von Spitzen und Porträts – unter anderem mit Leihgaben aus der Sammlung – veranstaltet wurde, gehörte Minkus dem Exekutivkomitee an.927 Zwei Jahre später erhielt die Fideikommissbibliothek ein Prachtwerk über „Österreichische Spitzen“ als Gratiszuwendung, dessen Textautor er war.928 Aufgrund seiner fachlichen Kompetenz kann man davon ausgehen, dass Minkus auch für die Auswahl und Gestaltung jenes Teiles der Ausstellung von 1905 zuständig war, der die Spitzen betraf. In einem Brief an Schnürer vom 12. August 1908 bezeichnete er sich als „der persönliche Anreger und der Chargé d’affaires der Ausstel- lung ‚Unser Kaiser‘“. Die Inspiration dazu wäre ihm durch eine Serie von Lithografien gekommen, die der Kaiser in seiner Jugend gezeichnet hatte 927 FKBA37082. 928 FKBA37253. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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