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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 686 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM686 die Umgebung Seiner Majestät und sonstige markante Gestalten der Ge- schichte Oesterreichs von 1830 bis 1908 auszudehnen“. Auch hielt Minkus fest, „im Sinne dieser Auffassung unseres Vorwurfs […] keine Kunstausstel- lung [zu] intentionieren [sic!]“. Hingegen waren die „Beschränkung auf die Ikonographie Seiner Majestät“ und „biographische Vollständigkeit […] das Ziel“. Interessant ist es dabei zu sehen, wie diese Beschränkung zugleich mit dem patriotischem Zweck der Ausstellung legitimiert wurde: „[...] denn dank der unvergleichlichen innigen Durchdringung des Lebens unseres Kai- sers mit dem Leben seiner Völker, werden sich ja mit jedem Gegenstande der Ausstellung so vielverzweigte, so bedeutsame, so teuere Erinnerungen verknüpfen, daß die Bilderbiographie des Monarchen selbständig zur Chro- nik seiner Reiche wird.“938 Der Tendenz nach war hier also bereits jener bei der späteren Aufarbeitung des Zusammenbruchs der Habsburgermonarchie so oft bemühte Topos angelegt, wonach die zentrale Integrationsfigur des Reiches und der alleinige Garant seines Fortbestandes der greise Kaiser Franz Joseph selbst war.939 Des weiteren referierte Minkus in seinem Be- richt noch über verschiedene Objektkategorien im Detail, über die Förderer der Ausstellung, deren Bandbreite „von Ihren Majestäten dem Deutschen Kaiser und dem Könige von Rumänien, den königlichen Höfen von Bayern und Sachsen“ über sämtliche Zentralstellen der Hof- und Staatsverwaltung bis zu den Gemeinden und den „Korporationen und Vereinen, insbesondere zahlreichen Schützenvereinen“, reichte, und über die Ausstellungskonzep- tion und -architektur. Dieser letzte Punkt ist nicht uninteressant, da er eine bemerkenswerte Schwerpunktsetzung in Bezug auf die Ikonographie und die Person des Kaisers zum Ausdruck bringt. Die Ausstellung sollte näm- lich „in chronologischer Reihenfolge in sieben Sälen installiert werden, von welchen sechs je ein Jahrzehnt der Allerhöchsten Regierungszeit repräsen- tieren werden, während der siebente, als Mittel- und Festraum der Epoche von 1830 bis 1848 gelten wird.“940 Die Zeugnisse zur Jugend des Kaisers üb- ten damals offensichtlich eine besondere Faszination aus – ein Phänomen, das nicht nur bei der Ausstellung „Unser Kaiser“ zutage trat, sondern sich auch aufgrund zahlreicher weiterer Zugriffe auf das einschlägige Material in der Fideikommissbibliothek zu Beginn des 20. Jahrhunderts belegen lässt (vgl. Abschnitt 3.4). Minkus war davon überzeugt, dass „die größte Anzie- hungskraft […] wohl die außerordentlich zahlreichen und mannigfaltigen Ausstellungsobjekte ausüben, die in naher persönlicher Beziehung zu Sei- ner Majestät stehen, insbesondere jene Gegenstände dieser Art, die auf die 938 Ebenda (Bericht), [pag. 2f.]. 939 Unowsky, Patriotism, 3, 9f., 113; Stachel, Franz Joseph, 94–96; Petschar, Kaiser. 940 Ebenda, [pag. 5f.]. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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