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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 692 -
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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM692 ben. Das Zitat legt es nahe, dass Schnürer ihm die Bibliothek in ihrer Eigen- schaft als Habsburgersammlung präsentierte und dass er Bogeng vielleicht auch von seinen Ambitionen zur Gründung eines Habsburgermuseums erzählte. Entscheidend war nun auch, dass die „Habsburg Collection“ das Gegenstück zu einer analogen Schau der privaten Hohenzollern-Bibliothe- ken bilden sollte. Auch hier, wie bereits bei Schnürers Plänen für ein Habs- burgermuseum (vgl. Abschnitt 3.3), war das deutsche Kaiserhaus also das unmittelbare Vorbild und Konkurrent zugleich. Die Antwort Schnürers auf Bogengs Vorschläge ist zwar nicht überliefert, doch erfahren wir indirekt aus einem weiteren Schreiben des letzteren vom 1. November 1913, dass der Vor- stand der Fideikommissbibliothek „für die Ausstellung Seiner Apostolischen Majestät den gleichen Raum wie für die Ausstellung des Deutschen Kaisers“ beanspruchte.963 Schnürer sah die Unternehmung also durchaus unter dem kompetitiven Aspekt. Die Schau ist in dieser Gegenüberstellung allerdings nicht realisiert wor- den. Am 1. Jänner 1914 teilte Bogeng Schnürer mit: „Die Oesterreichische Sonderausstellung verlangt […] von der Ausstellungs- leitung, dass alle österreichischen Ausstellungen in ihr vereinigt werden, so- dass wir also, auch wenn wir die Beteiligung der Fideikommiss-Bibliothek für unsere Gruppe gewinnen würden, gar keine Möglichkeit hätten, sie in unserer Gruppe unterzubringen, da dann sofort die Oesterreichische Sonderausstel- lung diesen Teil unserer Ausstellung für sich in Anspruch nehmen würde.“964 Tatsächlich hatte die österreichische Abteilung die Fideikommissbibliothek bereits im Juni 1913 – also zeitgleich mit Bogeng – aufgefordert, sich im Österreich-Pavillon im Rahmen der Unterabteilung „Privatbibliotheken“ an der Ausstellung zu beteiligen.965 Am 13. Februar 1914 brachte nun der Di- rektor der Universitätsbibliothek Wien, Isidor Himmelbaur, zugleich Leiter der Gruppe 14 innerhalb der österreichischen Kommission für die „Bugra“, seinerseits den Vorschlag ins Spiel, eine Habsburger-Ausstellung auszu- richten – diesmal jedoch in den Räumen des Österreich-Pavillons. Auch er bezog sich dabei auf die Ausstellung der Hohenzollern-Bibliotheken als Ex- emplum mit Signalwirkung und strich außerdem die Bedeutung einer sol- chen Präsentation für eine Neu-Bewertung der Sammeltätigkeit von Kaiser Franz II./I. hervor: „Da die Bedeutung Kaiser Franz I. von Oesterreich für das Bibliothekswesen und die Bibliotheken in der Literaturgeschichte wohl 963 FKBA42012, fol. 4r. 964 FKBA42012, fol. 8r. 965 Ebenda, fol. 2. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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