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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 745 -
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BIBLIOTHEK UND ÖFFENTLICHKEIT 745 Das früheste Dokument ist ein einzelnes Blatt, auf dem die Bibliothekszah- len von 41 Handschriften verzeichnet sind, die von den Bollandisten (den Bearbeitern der „Acta Sanctorum“) vom 23. Dezember 1893 bis zum 12. Ap- ril 1894 eingesehen wurden (Tabelle 4). Außerdem ist auf diesem Zettel der Name „F[rançois] van Ortroy“ verzeichnet.1191 Von besonderem Interesse für die Bollandisten waren die Werke des Johannes Gielemans, einem Kompi- lator aus dem 15. Jahrhundert, der vor allem Heiligenviten sammelte. Vier große Textsammlungen aus seiner Feder sind überliefert, die insgesamt neun Foliobände füllen und sich damals in der Fideikommissbibliothek be- fanden. 1895 veröffentlichte die Gesellschaft der Bollandisten einen aus- führlichen Artikel zu den Codices des Johannes Gielemans in den „Analecta Bollandiana“ und „Anekdoten“ daraus in einem eigenen Band.1192 Vermutlich aber waren die Kompilationen den Bollandisten bereits seit langem bekannt und wurden bereits für die „Acta Sanctorum“ verwendet, als sie sich noch im Rookloster bei Brüssel befanden, dessen Subprior Gielemans bis zu seinem Tod war. Jedenfalls war schon 1668 im dritten Band des März der „Acta Sanctorum“ eine Vita des Heiligen Ruprecht veröffentlicht worden, die Gie- lemans in einem seiner Werke niedergeschrieben hatte „und deren 1. Teil, von Interpolationen abgesehen, nahezu wörtlich aus der ältesten Vita Ru- perts entnommen ist.“1193 1909 wurde eine seiner Handschriften noch einmal von den Bollandisten benutzt, als im dritten Band des November die Viten der Heiligen Engelbert von Köln und Godefroy von Amiens veröffentlicht werden sollten. Damals ließen die beiden Bearbeiter François van Ortroy und Albert Poncelet Fotografien der relevanten Seiten im Codex FRANZ 9397a anfertigen und zum Textabgleich nach Brüssel übersenden.1194 Durch die Veröffentlichungen der Bollandisten gelangten die Werke von Gielemans anscheinend zur Kenntnis weiterer Kreise. Nach der Jahrhun- dertwende langten jedenfalls rund ein halbes Dutzend Anfragen in der Fideikommissbibliothek ein, die sich auf die Benutzung einer oder mehrerer der in Rede stehenden Handschriften bezogen. Die erste kam vom Histori- ker Wilhelm Levison (1876–1947), der sich im Rahmen seiner Mitarbeit an den „Monumenta Germaniae Historica“ für die bereits erwähnte Vita des Heiligen Ruprecht interessierte. Er hielt die von Gielemans überlieferte Fas- sung nach seiner, auf der Kenntnis ihrer Edition in den „Acta Sanctorum“ 1191 FKBA34099. 1192 De codicibus hagiographicis Iohannis Gielemans, canonici regularis in Rubea Valle prope Bruxellas. In: Analecta Bollandiana 14 (1895) 5–88; Anecdota ex. codicibus hagiographi- cis Johannis Gielemans, canonici regularis in Rubea Valle prope Bruxellas (Brüssel 1895). 1193 FKBA36134, fol. 2r. 1194 FKBA38108. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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