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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 772 -
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Seite - 772 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM772 geführte Denkmal betrifft, so lässt sich immerhin für die Büste von Bonitz eine erkennbare Ähnlichkeit der Züge zur Vorlage konstatieren – sieht man von der für das Medium „Büste“ spezifischen Idealisierung ab. Minister Thun-Hohenstein wurde von Kundmann zwar in ähnlicher Haltung wie bei Kriehuber, jedoch älter dargestellt. Historische Bildnisse aus der Porträtsammlung der Fideikommissbib- liothek entlehnten schließlich noch Viktor Tilgner als Vorlage für sein am 21. April 1896 am Albertinaplatz enthülltes Mozart-Denkmal1274 und Frido- lin Dietsche für die Anfertigung des Monumentes des Markgrafen Karl Wil- helm in Karlsruhe. Das zweite Fallbeispiel, das bereits in die Jahre 1907/08 datiert, ist insofern bemerkenswert, als zu diesem Anlass insgesamt zwan- zig Porträtstiche in das Deutsche Reich versendet wurden.1275 Die Anfrage erfolgte durch das Großherzoglich-Badische General-Landesarchiv, und die Grafiken sollten wohl zunächst – wie es seit 1891 grundsätzlich gere- gelt war1276 – nur in dessen Amtsräumen benutzt werden. Dietsche legte je- doch „größten Wert darauf, daß er von den uns übersandten Porträtstichen gelegentlich einige Blätter bei der Arbeit im Atelier als Vorlagen zur Ver- gleichung benützen kann“, was von Schnürer auch anstandslos genehmigt wurde.1277 Der Künstler starb jedoch, noch bevor er an die Ausführung seines Modells schreiten konnte, im Juni 1908; und so wurden auch die Porträtgra- fiken wieder an die Fideikommissbibliothek zurückgesandt, ohne dass der Zweck ihrer Versendung erfüllt war.1278 Es gab noch eine Reihe weiterer Entlehnungen von Porträtgrafiken, die für die Herstellung von Standbildern, Büsten und Gemälden verwendet wur- den. 1880 entlehnte Albert Ilg eine Handzeichnung und einige Kupfersti- che, die für die Anfertigung einer Büste Kaiser Leopolds II. im Auftrag des Oberstkämmerers Franz Graf Folliot de Crenneville benötigt wurden. Für die Ausführung war laut Ilg ein „Bildhauer Herr Löher, Schüler des Herrn Professors Zumbusch“ zuständig.1279 Er ist mit Alois Loeher (1850–1904) zu identifizieren, der 1883 in die Vereinigten Staaten auswanderte.1280 – 1884 1274 FKB.INV.64, Bd. 3, 1890, Nr. 37–39. Tilgner starb kurz vor der Enthüllung des Denkma- les; ein Rückgabetermin der Porträtgrafiken ist im Ausleihjournal nicht vermerkt. Zum Denkmal siehe Kapner, Ringstrassendenkmäler, 178–187. 1275 FKBA37243, fol. 2r. 1276 FKBA33054, fol. 2r. 1277 FKBA33054, fol. 4r u. 5r (Zitat). 1278 FKBA33054, fol. 7r. 1279 FKBA29055, fol. 1r. Gemäß dem Eintrag im Ausleih-Journal wurden von Ilg 6 Grafiken zwischen 27. Februar und 27. April 1880 entlehnt (FKB.INV.64, Bd. 1, Nr. 43 ex. 1880). 1280 Thieme-Becker, Bd. 23 (1929), 319. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918