Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Chroniken
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 963 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 963 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

Bild der Seite - 963 -

Bild der Seite - 963 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

Text der Seite - 963 -

DIE „K. U. K. FAMILIEN-FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK“ IM ERSTEN WELTKRIEG 963 Seit Beginn des Ersten Weltkriegs erlebte die Bibliothek einen Bedeu- tungsverlust. Die „goldenen Zeiten“ der Anschaffung ganzer Bibliothe- ken waren vorbei. Ein eindrucks- volles Beispiel stellt die Ablehnung des Ankaufs der Bibliothek des 1914 verstorbenen Sekretärs von Kaiserin Elisabeth, Hugo Ritter von Feifalik, dar. Ob der Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Grund für die Ableh- nung eine Rolle spielte, geht aus den Akten nicht hervor. Wohl aber sind es die hohen Anschaffungskosten, die den Ausschlag gaben. Die verwitwete Schwiegertochter, Anna von Feifa- lik, hatte einen Kaufpreis von etwa 40.000 K und eine Leibrente von etwa 2.000 K gefordert, naturgemäß ein Preis, der laut Auskunft der Witwe weit unter dem tatsächlichen Wert der Bibliothek liege.169 Für die Entscheidungsfindung wurde nicht einmal ein Gut- achten Franz Schnürers eingeholt, da die in Frage stehende Bibliothek laut Generaldirektion den Reinerlös des Bibliotheksbudgets für ein ganzes Jahr in Anspruch nehme und da die „Schöne Literatur“ keinen Sammelschwerpunkt der Fideikommissbibliothek darstelle.170 Auch die Hofbibliothek171 zeigte ob des hohen Anschaffungswerts kein Interesse an der 10.000–12.000 Bände um- fassenden Bibliothek mit Bücherschätzen wie „der Weimarer Goethe-Ausgabe, Werke[n] von Voltaire, Flaubert, Maupassant u. s. w.“.172 Wenn auch die Bibliothek Hugo von Feifaliks nicht angeschafft wurde, so gab es dennoch andere Erwerbungen. 1916 wurden aufgrund einer al- lerhöchsten Entschließung 99 Zeichnungen aus dem Nachlass Franz von Ausgaben nicht ersichtlich, ob wirklich Ausgaben in dieser Höhe für die Sammlung „Kaiser und König Karl im Weltkrieg“ getätigt wurden. Die Aktenlage lässt vermuten, dass dieser Budgetposten für andere Ausgaben verwendet wurde. Bei den Personalbezügen wurden die tatsächlichen Ausgaben verrechnet. Aufgrund der Inflation stiegen die Personalkosten und Kanzleiauslagen während der Kriegsjahre erheblich an. 169 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 540, 294/1915, fol. 3r. 170 Ebenda, fol. 1v. Kaiser Franz Joseph lehnt den Ankauf in einer Entschließung vom 10.02.1915 ab [fol. 2r]. 171 Wien, ÖNB, HAD, Hausarchiv 730/1914. 172 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF J.R., Rubr. 5 Fideikommissbibliothek 540, 294/1915, fol. 4r. Abb. 7: Karl I., 1915 Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
zurück zum  Buch Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung"
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918