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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 969 -
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DIE „K. U. K. FAMILIEN-FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK“ IM ERSTEN WELTKRIEG 969 Theresias Marie Antoinette, Marie Christine, Leopold II. und Joseph II. Al- lerdings sticht hervor, dass bei drei Werken196, die Kaiserin Zita laut Aus- leihjournal erhielt, die Zurückstellung nicht vermerkt wurde und tatsäch- lich sind diese heute nicht mehr in der Sammlung enthalten. Ein weiteres Mal tritt Kaiserin Zita in Erscheinung, und zwar im Kontext einer der sel- tenen Interaktionen zwischen der kaiserlichen Familie und der Fideikom- missbibliothek. Am 6. Juni 1918 erging der allerhöchste Befehl im Hinblick auf die Bekanntgabe und den möglichen Ankauf von „Literatur über die Schlösser Eckartsau, Schlosshof, Niederweiden und Orth“.197 Offensichtlich war es auch diesmal Kaiserin Zita, welche nach der Zusendung einer ersten Liste von Rudolf Payer von Thurn am 14. Juni 1918 die relevanten Werke aus der Fideikommissbibliothek erhielt.198 Die Entlehnung wurde nicht im Ausleihjournal verzeichnet, es handelt sich zumeist um Artikel in Zeit- schriften oder Zeitungen, die heute auf ihrem Platz stehen. Darüber hinaus wurden Ansichten der Schlösser Eckartsau und Schloss Hof entlehnt, die von dem Fotografen Josef Wlha aufgenommen wurden.199 Doch diese Entlehnungen der kaiserlichen Familie sind im Vergleich mit den übrigen Entlehnungen als marginal zu bezeichnen. Es ist zu konsta- tieren, dass die generell geringe Anzahl der Buchentlehnungen sich in den Kriegsjahren praktisch auf die Hälfte reduziert hatte um in den Nachkriegs- jahren vollends abzusinken. Über die bloße Analyse der Zahlen hinaus verdeutlicht das Ausleihjour- nal, welcher Personenkreis – abgesehen von der Kaiserfamilie selbst – Zu- gang zu den Bibliotheksbeständen hatte und Entlehnungen außer Haus vornehmen durfte. Wie sich in weiterer Folge herausstellen wird, war es von höchster Wichtigkeit, ob man in der Fideikommissbibliothek als amtsbe- kannt angesehen wurde, oder nicht. Die erste und größte Gruppe der entlehnenden Personen setzt sich aus den Angestellten der Fideikommissbibliothek zusammen. Die Titelliste der von diesen entlehnten Bücher veranschaulicht, dass es sich bei den The- herzogin von Oesterreich, 2 Bde. (Wien 1863) [FRANZ 30794]; Johann Wendrinsky, Kaiser Josef II. Ein Lebens- und Charakterbild zur hundertjährigen Gedenkfeier seiner Thronbe- steigung (Wien 1880) [FRANZ 34.951]. 196 Giovanni Baldasseroni, Leopoldo II Granduca di Toscana e i suoi tempi (Florenz 1871) [FERD 1598]; Pavel von Mitrofanov, Joseph II. Seine politische und kulturelle Tätigkeit (Wien 1910) [FRANZ 45860]; Adolph Beer (Hg.), Josephus II. imperator Romanorum, Leo- poldus II. imperator Romanorum et Kaunitz-Rietberg, Venceslaus Antonius Princeps. Ihr Briefwechsel (Wien 1873) [FERD 8326]. 197 FKBA46020, fol. 2r. 198 FKBA46020, fol. 14r. 199 FKBA46020, fol. 13r–v. Vgl ebenso Wien, ÖNB, BAG, PK 561 und PK 1060. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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