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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 986 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–1919986 „Im März 1915 verzeichnete die Kriegssammlung 738 Inventarnummern, da- von 231 Pflichtexemplare, 450 Ankäufe und 57 Geschenke an Druckwerken, dazu 380 Plakate und Anschläge, 94 Einzelblätter mit Gedichten und 2420 Ansichtskarten“.272 Um den Aufbau der Sammlung in der Hofbibliothek voranzutreiben, ergin- gen Einschaltungen in der Tagespresse sowie ein Aufruf an Offiziere und Soldaten an der Front, die schon bald ihre Wirkung zeigten. Die Intention war das Sammeln patriotischer und propagandistischer Dokumente mit dem Ziel, der künftigen Geschichtsforschung reiches Material vorlegen zu kön- nen.273 Einschneidende Ereignisse in der Erwerbungsgeschichte waren der Tod des Kaisers und der Kriegseintritt Italiens. Um eine Kontinuität in der Herrscherdynastie durch die Nachfolge Karls I. sicherzustellen, wurde aber- mals auf die Kriegspropaganda gesetzt, indem die rastlosen und häufigen Reisen des jungen Herrschers an die Front durch die Fotografen Heinrich und Ludwig Schuhmann, aber auch durch Filmteams festgehalten wur- den.274 Die Kriegssammlung der Hofbibliothek umfasste zu Kriegsende um die 52.000 Einzelobjekte. Auch nach Kriegsende verzeichnete diese einen Zu- wachs. Sie wurde nach der Angliederung der Fideikommissbibliothek an die neugegründete Nationalbibliothek an die erstere abgegeben und wird heute in der Bildarchiv und Grafiksammlung der Österreichischen Nationalbiblio- thek aufbewahrt.275 Die Hofbibliothek stellte aus dieser Sammlung auch Leihgaben für Aus- stellungen zur Verfügung, während die Fideikommissbibliothek im Ausstel- lungswesen der Kriegszeit kaum eine Rolle spielt. So war die Fideikommiss- bibliothek auch nicht in der großen Kriegsausstellung276 des Jahres 1916 im Kaisergarten bzw. auf der Galizinwiese des Wiener Praters vertreten. Neben Waffen und Informationen über Standort und Verteilung von Kriegsgräbern wurden die Ausstellungsräume zu Kunst und Kriegsliteratur nicht von der Fideikommissbibliothek beliefert. Hier war das Kriegspressequartier feder- führend, das Kriegsbilderausstellungen in Wien und vielen anderen Städten (auch in Deutschland und der Schweiz) durchführte, und zwar auf der Ba- sis einer propagandistisch orientieren Dokumentation der Kriegsereignisse 272 Petschar, Krieg, 29–30. 273 Ebendort. 274 Holzer, Propaganda, 52–75. 275 Die Sammlung „Erster Weltkrieg“ wurde im Rahmen eines „Europeana“-Projektes voll- ständig digitalisiert und ist über folgenden Link abrufbar: https://onb.wg.picturemaxx. com/?10812948531012221873 (abgerufen am 30.01.2021). 276 Ausstellungskatalog, Kriegsausstellung; zur Kriegsausstellung vgl. Healy, Exhibiting; Sommer, Kriegsausstellung. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918